Seit gestern Abend, ca. 18 Uhr, lag die Gorch Fock auf Reede vor Bremerhaven/Blexen und wartete auf ihre Weiterfahrt Weser aufwärts Richtung Elsfleth.
Um Weseraufwärts und dann später Hunteaufwärts zu gelangen, musste sie auf auflaufend Wasser warten. 12.01.2012, 10.30 Uhr, eine Stunde nach niedrig Wasser, nimmt die Gorch Fock wieder Fahrt auf bei "normalen" Bremerhavener Wetterverhältnissen, der Himmel grau, es weht ein "frischer Wind Bft 6 aus WestSüdWest in Böen um 8-10 Bft", der Regen kommt Waagerecht, die Weser ist aufgewühlt.
Frisch gemalt und geputzt liegt das Kieler Wahrzeichen wieder dort, wo es seine Heimat hat: Die „Gorch Fock“ machte am Freitag an der Tirpitzmole im Kieler Marinestützpunkt fest. Dort bleibt das Schiff jetzt bis Montag.
Um 11 Uhr hatten Schlepper das Segelschulschiff bei der Lindenau Werft auf den Haken genommen und aus dem gefluteten Schwimmdock gezogen.
Am Montagmorgen wird das Schiff unter dem Kommando von Michael Brühn den Liegeplatz verlassen und zunächst zur Bunkerpier verlegt. Nach der Krafststoffübernahme startet die Fahrt nach Elsfleth. Wenn die Wetterlage auf der Nordsee es erlaubt, soll das Schiff Donnerstagmorgen vor der Wesermündung stehen und mit dem Hochwasser in die Hunte zur Elsflether Werft fahren.
Das Schiff hat Schäden im Unterwasserbereich, die im Dock der Lindenau-Werft festgestellt worden waren. Der Auftragswert liege im einstelligen Millionenbereich, hatte der Elsflether Werftchef Klaus Wiechmann mitgeteilt. Seit dem 24. Oktober lag das Schiff im Dock in Kiel. Auch die Lindenau-Werft hatte sich um den Auftrag beworben.
Die „Gorch Fock“ war auf der Elsflether Werft bereits 2010 generalüberholt worden. Die Auftragsvergabe habe damit nichts zu tun, hatte ein Sprecher des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz am Donnerstag erklärt. „Es gibt noch keine Indizien für Regressansprüche.“ Es sei eine Leckage im Kielbereich des Schiffes festgestellt worden. Angaben der Marine, wonach die Rostschäden durch falsche Farbe oder Bleigewichte ohne notwendige Isolierung entstanden seien, wies der Bundesamtssprecher als „reine Spekulation“ zurück. Wie lange die Arbeiten dauern werden, stehe noch nicht fest.
Quelle: Kieler Nachichten, Foto: Frank Behling
Weftinfos
Der Chef der Elsflether Werft, Klaus Wiechmann, vermutete indes, dass die "Gorch Fock" möglicherweise nicht schon am Mittwoch in Elsfleth einlaufen wird, sondern vielleicht erst am Donnerstag. Denn aufgrund der Wetterlage und dem Umstand, dass das Segelschulschiff nicht durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren kann, muss sie den Umweg um Skagen machen – unter Motor. Wissen muss mann dazu, dass normalerweise der Nord-Ostsee-Kanal schon befahren werden kann. Dazu muss jedoch das Stenege gefiert werden, das heißt, die oberen Mastenteile werden einige Meter herunter gelassen, damit man unter alle Brücken hindurch fahren kann. Diese Arbeiten können aber nicht durchgeführt werden, weil das Rigg aus sicherheitsgründen für Marinesoldaten gesperrt ist. Aus gleichem Grund "motort" das Segelschulschiff auch um die Nordspitze Dänemarks, ohne auch nur ein Segel zu setzen.
Nachdem das Schiff in Elfleth angekommen ist, werden ca 2400 Tonnen Ballast ausgebaut und die oberen Rahen abgebaut. Die Bleibarren werden mit einer Dickschickt-Lackierung versehen, bei den Rahen (Royal und Bram) werden die "Persönlichen Sicherheitsanschlagspunkte" (PSA) überprüft. Es handelt sich dabei um die Stellen, an denen sich die Soldaten mit ihren Karabinerhaken sichern (einpicken) können. In der Zwischenzeit wird die "Gorch Fock" für die Arbeiten am Rumpf nach Bremerhaven zur Bredo-Werft überführt. Wie lange die Instandsetzungsarbeiten andauern werden, sei jetzt noch nicht zu sagen.
Für das Neue Jahr 2012 wünsche ich allen Besuchern alles Gute, Glück, Gesundheit, persönlichen und geschäftlichen Erfolg und Erlebnisse, an die man sich am Jahresende gerne erinnern wird.
Helge Risch wird neuer Kommandant der "Gorch Fock"
18.03.2008: Der Kommandant der Fregatte HAMBURG Fregattenkapitän Helge Risch beim Auslaufmanöver in Simon`s Town Südafrika. Foto: PIZ Marine.
Die Suche nach einem neuen Kommandanten auf der "Gorch Fock" scheint offenbar beendet: Gut ein Jahr nach dem tödliche Sturz einer Kadettin steht offensichtlich fest fest, wer das Kommando auf dem Segelschulschiff in Zukunft führen wird. Mehrere mögliche Kandidaten hatten abgelehnt.
Kapitän zur See Helge Risch soll neuer Kommandant der "Gorch Fock" soll werden. Der Offizier, der zurzeit auf dem Nato-Marinestützpunkt in Norfolk/Virginia tätig ist, wird das Segelschulschiff jedoch erst nach Juni 2012 übernehmen können, so war aus Marine-Kreisen zu erfahren. Ein Sprecher des zuständigen Presseinformationszentrums wollte diese Nachricht jedoch weder bestätigen noch dementieren.
Kapitän zur See Helge Risch kennt die "Gorch Fock" aus eigener Erfahrung. Zuletzt fuhr er vor zehn Jahren als Erster Offizier jeweils ein Jahr unter KzS John Schamong und KzS Michael Brühn.
Auf einem Schwarz-Weiß-Foto auf dem Flur der Elsflether Werft sieht man einen schlaksigen jungen Mann mit weiten Stoffhosen vor einem riesigen Schiff. Es ist Kurt Wiechmann im Alter von 14 Jahren.
Für Wiechmann endet Freitag in einer Woche nach 53 Jahren sein Berufsleben auf der Werft, das zu einer Karriere wurde. Am 1. Mai 1996 wurde Wiechmann Geschäftsführer der neu gegründeten Elsflether Werft GmbH & Co., die nach dem Konkurs in neue Hände kam. Die Hauptaktionärin aus Hamburg setzte in Wiechmann volles Vertrauen – von ihm hatte sie schließlich von der Schließung der Werft erfahren.
Am Freitag nächster Woche will Wiechmann seinen Abschied nach über einen halben Jahrhundert mit Freunden, Weggefährten, Kunden, Unterlieferanten und den 120 Mitarbeitern feiern, wie er am Dienstag im Gespräch mit der NWZ  verriet. „Ich habe ein großes Stück wechselvolle Firmengeschichte mit allen Höhen und Tiefen miterlebt“, sagt Wiechmann bei einer Tasse Kaffee in seinem Büro. Aber mehr noch: Wiechmann hat Firmengeschichte geschrieben.
„Herr Wiechmann, wir beide machen weiter. Ich kaufe die Werft und Sie werden Geschäftsführer“, hatte die neue Besitzerin der Werft am Telefon zu ihm gesagt. Und so kam es. Unter Wiechmanns Leitung setzte die Werft völlig neuen Kurs. Statt Neubauten gab es Umbau- und Reparaturaufträge. Ihm gelang es, die Bundesmarine sprichwörtlich wieder „mit ins Boot“ zu holen. Seit 2000 gehört das Segelschulschiff „Gorch Fock“ zu den Stammgästen auf der Werft.
Der Nachfolger von Kurt Wiechmann wird sein Sohn Klaus (42), der 1985 eine Lehre als technischer Zeichner auf der Werft begann. Nach dreieinhalb Jahren Lehre zog es ihn „auf die andere Seite des Tisches“, wie er sagt. Er arbeitete für Reedereien. 2009 kam er zurück zur Werft.
Zusammenarbeit mit dem Deutschen Marinebund e.V. (DMB) Landesverband Berlin-Brandenburg, sind am Samstag, den 26.11.2011, dem Thementag "Segelschulschiff Gorch Fock" auf dem Messestand des DMB ehemalige "Gorch-Fock"-Fahrer zu finden, die die Bordkameradschaft ehemalige Stammbesatzung SSS "Gorch Fock" dort repräsentieren und interessierten Messebesuchern Einblicke in die seemännische Ausbildung auf dem Segelschulschiff vermitteln.
Die Messe bietet mit ihren Ausstellungen und Thementagen einen breiten Einblick in alle maritimen und seemännischen Bereiche.
Die Bordkameradschaft ehemalige Stammbesatzung SSS "Gorch Fock" erhält erstmalig die Gelegenheit, sich in einem derartigen Rahmen darzustellen. Wir werden die Messe "Boot & Fun" nutzen, um für das positive Image unseres Schiffes und deren Besatzung sowie für die weitere, traditionelle Verwendung der "Gorch Fock" als Ausbildungsschiff der Marine zu werben.
Unterstützt wird dies durch eine Fotogalerie, die mit faszinierenden, teils historischen Bildern einen Bogen spannt von der Bauphase und Taufe des Schiffes bis zur Umrundung von Kap Hoorn im Januar diesen Jahres. Um diese Fotogalerie zu realisieren zu können, wurde uns dankenswerterweise Bildmaterial von Blohm & Voss (ThyssenKrupp Marine Systems), der Deutschen Marine sowie Mitgliedern und Freunden der Bordkameradschaft zur Verfügung gestellt.
Weiterhin werden per Beamer "Gorch Fock" -Filme gezeigt.Der NDR genehmigte uns die Vorführung des "Kap Hoorn"-Filmes "Gegenwind" und Kapitän zur See Hans Freiher von Stackelberg stellte uns seine neueste DVD "Im Kielwasser der GORCH FOCK" – SHANTIES – SEGELN – SEEMANNSGARN, sowie den soeben digitalisierte Film "Abenteuer großer Atlantik" zur Verfügung.
Auf einen weiteren Film sei an dieser Stelle schon jetzt hingewiesen: Joachim Sons, langjähriger "Gorch-Fock"-Fahrer, plant im kommenden Jahr eine DVD herauszugeben. Der Titel "Auf den Spuren des Columbus" ist angelehnt an die Columbus-Regatta, eine von zahlreichen Großseglerparaden, an der die "Gorch Fock" während ihrer 93 / 94 / 95 Reise ( 21.747,8 sm) 1992 teilnahm. Der Film nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1992 und mit um die halbe Welt. Einen Trailer des Films gibt es schon online. Wer sich auf unserer Homepage registriert hat und angemeldet ist, kann den Trailer hier sehen.
Wir würden uns über einen Besuch auf der BOOT & fun an unserem Stand (Halle 25, DMB-Stand A30) freuen.
In den Bremer Messehallen 4, 5 und 6 geben an diesem Wochenende Hobbybastler und Händler einen Einblick in die Miniaturwelt der Modellbauer. Die Messe „EuroModell“ findet nach vierjähriger Pause zum neunten Mal statt. Der Veranstalter rechnet mit 15.000 Besuchern. Bereits am Sonnabend machten sich viele Bremer auf den Weg, um Schiffe, Hubschrauber, Miniaturautos und Eisenbahnen zu bestaunen.
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Mit ruhiger Hand und konzentriertem Blick setzt Wilfried Pauls mit einem Zahnstocher Punkt für Punkt wasserfesten Klebstoff auf die Backbordseite eines Segelschiffmodells. Jeder Punkt symbolisiert eine Niete, die das Stahl des Originals „Schulschiff Deutschland“ zusammenhält. Wie viele es am Ende sein werden, weiß er nicht. Aber der Modellbauer weiß, wie viele Arbeitsstunden er für sein Modell vom Mutterschiff der „Gorch Fock“ am Ende gebraucht hat: rund 5000. „Das Segelschiff ist jetzt fahrtüchtig. Vor vier Wochen hatten wir Jungfernfahrt“, sagt der Ruheständler stolz.
Wilfried Pauls stellt sein Schiff auf der „EuroModell“ in Bremen aus. Bereits am Sonnabend haben sich Besucher in den Messehallen 4,5, und 6 Schiffsmodelle, Modelleisenbahnen und Modellautos aus nächster Nähe angeschaut. Rund 70 Vereine, Einzelpersonen, Interessengemeinschaften und Clubs präsentieren sich und ihre Leidenschaften. Über 100 Händler bieten Zubehör für Modellbauer an. „Wir möchten, dass sich die Interessierten untereinander austauschen, und wir würden uns wünschen, wenn wir Nachwuchs für den Modellbau finden würden“, sagt Organisator Willi Breidenbach.
Seenotrettung im Wasserbecken
Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf den Modelleisenbahnen. Sonderausstellungen finden unter anderem in den Sparten Kran- und Schwerlastmodelle , Papier- und Plastikmodellbauten und Kirmesmodellbau statt. Wer selber Lust am Basteln hat, kann unter Anleitung Häuser und Autos zusammenbauen. Darüber hinaus steuern Hobbypiloten ihre Flugzeuge und Helikopter auf einem Flugfeld, und in einem Wasserbecken simulieren Vereine und Aussteller eine Seenotrettung mit ihren Booten.
Das Segelschiff von Wilfried Pauls wird dort aber nicht in See stechen. „Kein Wind“, sagt er mit einem Blick an die Hallendecke. Seit 20 Jahren bastelt der Bauingenieur an Schiffsmodellen, die er sonntags im Krimpelsee in Habenhausen fahren lässt. „Sind Wetter und Winde günstig, lasse ich das Segelschiff zu Wasser“, sagt der 75-Jährige. Selbst Gegenwinde sind für sein Schiff kein Problem, die Segel lassen sich per Fernsteuerung in eine andere Position bringen. „Nur Segel einholen, das muss ich per Hand machen“, sagt der Rentner. Wenn das 41 Kilogramm schwere Modellschiff nicht in See sticht, steht es im Wohnzimmer auf der Anrichte. Gebaut werden alle Modelle in der eigenen Werft im Keller. Die Elektronik ist das Einzige am Modell, das nicht von Pauls selbst gemacht wurde. Jedes Mannschaftsmitglied hat eine von ihm handgeschnitzte Mütze.
Das Original zu seinem Modell liegt in Vegesack vor Anker. Bilder und Gespräche mit der Besatzung haben ihm geholfen, die Einzelheiten auf sein Modell zu übertragen. Das Segelschiff ist das siebte, das Paul maßstabsgetreu nachgebaut hat. Und es wird auch erstmal das letzte sein. „Die übrigen sieben brauchen Pflege. Ich muss oft nach dem Gebrauch oder nach der Ausstellung etwas ausbessern“, sagt er. Dennoch steht er den 13 Mitgliedern in der Interessengemeinschaft Hansa Bremen mit Rat und Tat zur Seite. Die Idee mit dem Zahnstocher stammt von ihm. „Ich war einer der Ersten, der das mit den Nieten so gemacht hat“, sagt er stolz. „Ich hab den Trick in einem Fachmagazin verraten – jetzt machen es alle so.“
Gorch Fock in der Lindenau Werft. Foto:Frank BehlingKiel - Der Rumpf der "Gorch Fock" ist an vielen Stellen nicht mehr stabil genug, das haben umfangreiche Messungen ergeben. Die Außenhaut muss an mehreren Stellen erneuert werden. Die Folge: Das Schiff bleibt bis Weihnachten im Lindenau-Dock. Die Bundeswehr lässt nun prüfen, ob bei einer vorherigen Werftüberholung gepfuscht wurde.
Eigentlich war nur eine fünftägige Routinedockung geplant, als die „Gorch Fock“ am 24. Oktober bei der Kieler Lindenau Werft eintraf. Ein bisschen Farbe und ein paar Opferanoden sollten ausgebessert werden. Alles reine Routine, hieß es damals. Immerhin lag die letzte große Überholung erst 18 Monate zurück. Dann folgten böse Überraschungen: Am Kiel wurde bei Farbarbeiten eine feuchte Stelle entdeckt. Durch hauchdünne Risse trat Wasser aus Hohlräumen im Rumpf aus. Nachdem man ein Loch in der Rumpf geschnitten hatte, stieg der Arbeitsbedarf weiter an. War am Anfang von ein paar Quadratmetern Stahl die Rede, will sich jetzt niemand genau über den Umfang äußern.
In dieser Woche weitete sich das Problem aus. Auch andere Stellen des Rumpfes der 1958 bei Blohm + Voss gebauten Bark sind durch Korrosion betroffen. Möglich ist, dass der Schaden in die Millionen geht. „Wir haben einen Gutachter mit der Untersuchung beauftragt“, bestätigt Gunnar Wolff, Sprecher des zuständigen Marineamtes in Rostock. Er soll klären, wie umfangreich die Schäden sind und weshalb sie plötzlich auftreten konnten.
Zuletzt war die „Gorch Fock“ von Januar bis Juni 2010 an der Weser umfassend überholt worden. Dabei war auch der auf 20000 Bleibarren verteilte 500-Tonnen-Ballast aus dem Schiff geholt worden, damit der Rumpf überprüft werden konnte. Inzwischen wird nicht ausgeschlossen, dass die Werftzeit sogar bis ins nächste Jahr andauern könnte. „Sicherheit geht vor“, hieß es bei der Marine.
Eigentlich sollte sich die Stammbesatzung der „Gorch Fock“ bis Weihnachten bei verschiedenen Ausbildungsfahrten auf die Rückkehr in den normalen Schiffsbetrieb im kommenden Jahr vorbereiten. Diese Termine mussten jetzt alle verschoben werden. Was die Reparaturkosten angeht, macht die Marine noch keine Angaben. Angesichts der bei ähnlichen Schäden an Fregatten anfallenden Kosten bewege sich die „Gorch Fock“ aber in einem deutlich niedrigeren Bereich, sagt Marineamtssprecher Wolff.