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Segelschulschiff Libertad in Ghana festgesetzt

Gläubiger Argentiniens werden ungemütlich

Das Ausbildungsschiff der argentinischen Marine bleibt in Ghana festgesetzt. Ein Richter hat den Einspruch der Regierung zurückgewiesen. Altgläubiger versuchen nun ihre Milliardenforderungen einzutreiben.

Argentinien hat ein kniffliges Problem mit aufrührigen Gläubigern. Das Segelschulschiff der argentinischen Marine, „Libertad“, bleibt auf Antrag eines amerikanischen Hedgefonds in Ghana festgesetzt. Die Fondsgesellschaft Elliot Capital Management Fund, die aus dem argentinischen Staatsbankrott aus dem Jahr 2002 offenstehende Forderungen von 280 Millionen Dollar gegenüber Argentinien geltend macht, hatte Anfang dieses Monats bei einem ghanaischen Gericht die Beschlagnahmung des argentinischen Gegenstücks des deutschen Segelschulschiffs Gorch Fock erreicht (F.A.Z. vom 5. Oktober). Seit zehn Tagen sitzt nun der Stolz der argentinischen Marine mit rund 200 Mann Besatzung im Hafen Tema nahe der ghanaischen Hauptstadt Accra fest. Der von dem amerikanischen Milliardär Paul Singer geführte Fonds will auf diese Weise die volle Bezahlung seiner Ansprüche durchsetzen.

Nach der bisher größten Staatspleite hatte Argentinien in mehreren Umschuldungsrunden 93 Prozent der Gläubiger von rund 100 Milliarden Dollar Anleiheschulden zu einem Verzicht auf bis zu 70 Prozent ihrer Forderungen bewegen können. Zahlreiche Gläubiger, die diesen Verzicht ablehnten, haben Argentinien vor internationalen Gerichten indes auf volle Zahlung verklagt und entsprechende Urteile erlangt. Allein vor amerikanischen und britischen Gerichten sollen Gläubiger Zahlungsbefehle über 1,6 Milliarden Dollar gegen Argentinien erstritten haben.

„Listiger Angriff der Geierfonds spekulativer Finanzinvestoren“

Das argentinische Außenministerium nannte die Pfändung des imposanten Dreimasters einen „listigen Angriff der Geierfonds spekulativer Finanzinvestoren“, die Argentiniens notleidende Anleihen zu einem Bruchteil des Nennwerts aufgekauft hätten und nun „Wuchergewinne“ einfahren wollten. Die Beschlagnahmung des Marineschiffes sei ein Verstoß gegen die Wiener Konvention über diplomatische Immunität. Doch der ghanaische Richter Richard Adjei Frimpong wies am Donnerstag einen Einspruch der argentinischen Regierung zurück, nachdem diese sich geweigert hatte, 20 Millionen Dollar Kaution für die Freigabe des Schiffes zu hinterlegen.
Probleme dieser Art sind für Argentinien nicht neu. Auch in Deutschland lauern hartnäckige Gläubiger. Vor Jahren hatte der damalige Staatspräsident Néstor Kirchner einen Besuch in Deutschland abgesagt, weil er die Pfändung des Regierungsflugzeugs Tango 01 fürchtete. Als Gastland der Frankfurter Buchmesse musste sich Argentinien im Jahr 2010 durch ein Privatunternehmen vertreten lassen, um den deutschen Gerichtsvollziehern zu entgehen.

Liegt bis auf weiteres im ghanischen Tema fest: Argentinisches Marineschiff Libertad.Liegt bis auf weiteres im ghanischen Tema fest: Argentinisches Marineschiff Libertad. Foto: © AFP

Quelle: F.A.Z.


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