Google+ Segelschulschiff Gorch Fock Homepage der Bordkameradschaft Aktuelles vom Schiff
Home  //  •> Beiträge  //  •> Bordkameradschaft

Jubiläumsveranstaltung

Treffen der Bordkameradschaft

Immer am letzten (vollen) Wochenende im Juni, am Tag der Windjammerparade zum Abschluss der Kieler Woche, treffen sich die Mitglieder der Bordkameradschaft ehem. Stammbesatzung SSS GORCH FOCK in Kiel oder in unmittelbarer Umgebung. In diesem Jahr feiert die Bordkameradschaft ihr 25-jähriges Jubiläum und das Treffen findet in Schönberg statt.

Freitag, den 22.Juni 2012: Mitgliederversammlung mit Kameradschaftsabend
Treffen: Im Laufe des nachmittags
Ort: Naturfreundehaus Kalifornien

Dieser Abend ist nur Mitgliedern der Bordkameradschaft und deren Angehörigen vorbehalten. Jeder, der einmal der Stammbesatzung der GORCH FOCK angehört hat, ist gern gesehen und kann bei dieser Gelegenheit alte Kameraden wieder sehen und Mitglied der Bordkameradschaft werden.

Shantychor Luv und LeeNach dem wir uns im Naturfreundehaus Kalifornien getroffen haben, fahren wir mit dem Bus oder mit Privat-Pkw nach Schönberg ins Hotel Restaurant Am Rathaus, wo wir ab ca 19.00 Uhr unsere Mitgliederversammlung abhalten werden. Siehe Blatt Versammlung. Da bislang keine Anträge vorliegen, werden wir die verschiedenen Tagesordnungspunkte (Pdf) abarbeiten und danach zum gemütlichen Teil des Abends übergehen können mit guten Gesprächen im Kameradenkreis, bei denen sicher keine Langeweile aufkommen wird. Einstimmen wird uns der Shanty-Chor Luv und Lee aus Kiel. Die Küche wird einen preiswerten Imbiss (ca 15,00 Euro) anbieten. Für die Rückkehr zu den Unterkünften werden wir einen Bustransfer organisieren.
Anzugsordnung: Lässig, leger (leichter Biertrinkeranzug).

Samstag, 23. Juni 2012 „Festlicher Bordabend“
Treffen: Bis 18.00 Uhr
Ort: Hotel Restaurant Am Rathaus, Schönberg

Zum festlichen Bordabend sind Gäste, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, herzlich eingeladen.

Kieler Woche 2012Am Samstag ist in Kiel und Umgebung soviel zu sehen und zu bestaunen (open ship im Marinestützpunkt,Windjammer-Parade), dass die Truppe nicht "unterhalten" werden muss. Also: Freies Manöver!

Die Feierlichkeiten beginnen um 18.00 Uhr mit der Begrüßung durch den Crew-Chef Peter Jacobs oder seinen Stellvertreter Reinhard Claves. Peter Jacobs musste sich einer schweren Operation unterziehen und es ist zu hoffen, dass er zum Treffen wieder voll genesen ist. (Sicher freut er sich über Genesungswünsche.)

Grußworte der anwesenden ehemaligen Kommandanten der „Gorch Fock“ bzw. Verlesung der Grußworte der nicht anwesenden ehemaligen Kommandanten der „Gorch Fock“

Eingeladen wurde auch der amtierende Kommandant der GORCH FOCK mit einer Abordnung aus allen Decks und Messen. Falls die Anwesenheit eines Teil der Besatzung möglich sein sollte, freuen uns über ein Grußwort des amtierenden Kommandanten Kapitän zur See Michael Brühn, von dem wir sicher etwas über den aktuellen Zustand des Schiffes aus erster Hand erfahren werden. Allerdings liegt eine Zusage noch nicht vor.
(Red. Anmerkung: Soeben erhielten wir telefonisch die Nachricht vom Presse- und Protokolloffizier Kapitänleutnant Braun, dass die Einladung an Bord noch nicht vorliegt, somit auch noch keine Antwort erfolgen konnte. Der Postzustellung über die Kieler Anschrift kann unter Umständen bis zu eine Woche dauern. 4.6.2012, 14:00 Uhr)

Grußwort vom Präsident des DMB, Karl Heid, mit einer Übersicht des Deutschen Marinebundes, deren Mitglied die Bordkameradschaft ehemalige Stammbesatzung SSS „Gorch Fock“ ist.

Fregattenkapitän Achim WinklerFregattenkapitän Achim WinklerGorch-Fock-KalenderAls Festredner konnten wir den Leiter der PIZ Marine, Außenstelle Kiel, Fregattenkapitän Achim Winkler gewinnen. Kapitän Winkler verbrachte insgesamt sechs Jahre auf der „Gorch Fock“, war bei der Kap-Horn-Rundung an Bord und wird uns u. A. einen Überblick über die Zukunft der Marine vermitteln.

Fregattenkapitän Winkler schrieb auch die Berichte für den GORCH-FOCK-Kalender 2012, deren Restbestände noch für 10,00 Euro bestellt werden können.

Bei einem Bordabend darf die maritime Musik nicht zu kurz kommen. Der Shantychor „Windstärke 10“ aus Kiel konnte dafür engagiert werden.

Herzen in TerzenIm Anschluss, um ca 20 Uhr und um 21 Uhr tritt das A-Cappella-Quintett Herzen in Terzen auf. Fünf bezaubernde Damen mit allesamt ausgebildeten Stimmen, die sich ohne Instrumente auf singende und kabarettistische Weise dem Verhältnis zwischen den Geschlechtern annehmen. Die quirlige Formation trägt in schrillbunten Fummeln der fünfziger und sechziger Jahre gefühlvoll und gleichzeitig urkomisch bekannte und selbstkomponierte deutsche Schlager vor, einmalig in ihrer Art! (Achtung: Bauchmuskelkatergefahr!)

Dazwischen können wir uns am warm/kalten Büfett stärken.Die Kosten für den festlichen Bordabend belaufen sich auf 49,00 Euro und beinhalten ein Begrüßungsgetränk, ein warm/kaltes Buffet sowie alkoholfreie Getränke, Wein und Bier.
Anzugsordnung: Dem Anlass entsprechend: „Erste Geige Blau“, Abendgarderobe

Besonders freuen wir uns auf Abordnungen der eingeladenen Marinekameradschaften:

Reservistenkameradschaft Marine Kiel

Marinekameradschaft Kiel von 1914 e.V

Marinekameradschaft Laboe

Bordkameradschaft Motoryacht Tromp Laboe

Sonntag, 24. Juni 2012  „Kranzniederlegung“
Treffen: Bis 10.45 Uhr
Ort: Nordfriedhof Kiel

Am 26. Juli jährt sich der achtzigste Jahrestag des Unterganges der NIOBE

Segelschulschiff der Reichsmarine NIOBE

Am 26. Juli 1932 kenterte die Niobe im Fehmarnbelt in einer nicht vorhersehbaren Gewitterböe und sank in wenigen Minuten. 69 Menschen kamen dabei zu Tode, 40 wurden gerettet.

Am 21. August 1932 wurde das Schiff gehoben, nach Kiel geschleppt und eingehend untersucht. Die Toten wurden von Bord geholt, in Kiel auf dem Nordfriedhof beigesetzt oder in ihre Heimatorte überführt.

Im Eingangsbereich des Kieler Nordfriedhofs befindet sich die Gedenk- und Grabstätte für die Opfer des Segelschulschiffs Niobe. Der Untergang der NIOBE sorgte dafür, dass die neue Generation der Segelschulschiffe ganz auf Sicherheit konstruiert wurde.

Zu diesen neu konstruierten Schiffen gehört auch die GORCH FOCK, die 1958 fertiggestellt wurde. Im Vergleich zur NIOBE ist sie untertakelt und besitzt somit für ihre Größe eine eher geringe Segelfläche.

Wir wollen der Opfer der NIOBE, aber auch der auf GORCH FOCK umgekommenen Kameraden und Kameradinnen durch eine Kranzniederlegung gedenken. Gäste sind auch hier gerne gesehen.

Anzugsordnung: Dem Anlass entsprechend: „Erste Geige Blau“.

Wer an einer der Veranstaltungen teilnehmen möchte, melde sich bitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">

 

Zum Schluss ein "Leckerli"!


Abenteuer großer Atlantik

Eine erfolgreiches Video – jetzt als DVD


Von Kolumbus, der vor 500 Jahren Westindien entdeckte, Wikingern und Abenteuern auf dem Atlantik handelt dieser Film.

Abenteuer großer Atlantik

DVD Abenteuer großer Atlantik

Interessante Beiträge und die fachliche Beratung von Kapitän zur See Freiherr von Stackelberg, der langjährige Kommandant des Segelschulschiffes „Gorch Fock“ und Gründungspräsident der S.T.A., zeigen das Meer aus der Sicht der Berufsseeleute. Der Kapitän stellte dafür bisher nicht gezeigte Aufnahmen vom Segeln zur Verfügung: Stürme bis Windstärke 12 und zerfetzte Segel in den Masten demonstrieren die ganze Härte eines sturmgepeitschten Atlantiks. Im Gegensatz dazu traumhafte Aufnahmen von der großen Windjammer-Regatta im Kolumbus-Jahr 1992, von Europa nach Amerika.

Die Kamera begleitet die Fahrt an Bord verschiedener stolzer Windjammer, zeigt das Leben der Besatzungen und vermitteltdie Faszination der alten Rahsegler.

Ein Film für Seeleute und Sehleute gleichermaßen, die sich von Abenteuer und Romantik einer Atlantiküberquerung einfangen lassen.

Kapitän zur See Hans Freiherr von Stackelberg ließ dieses Video digitalisieren und auf eine DVD brennen. Er stellt diese DVD den Mitgliedern der Bordkameradschaft kostenfrei zur Verfügung. Die Kosten in Höhe von 15,00 Euro fallen an für die Vervielfältigung, das drucken des Covers und für die DVD-Hülle.

DVD ca. 58 Minuten
Preis 15,00 EUR
zzgl. 2,50 Euro Versand

Die DVD kann formlos per E-Mail bestellt werden bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Frohe Weihnachten

Gorch Fock Weihnachtsgruß 2011

 

Bordkameradschaft auf BOOT & fun in Berlin

Gorch Fock vor Kap Hoorn.

Zusammenarbeit mit dem Deutschen Marinebund e.V. (DMB) Landesverband Berlin-Brandenburg, sind am Samstag, den 26.11.2011, dem Thementag "Segelschulschiff Gorch Fock" auf dem Messestand des DMB ehemalige "Gorch-Fock"-Fahrer zu finden, die die Bordkameradschaft ehemalige Stammbesatzung SSS "Gorch Fock" dort repräsentieren und interessierten Messebesuchern Einblicke in die seemännische Ausbildung auf dem Segelschulschiff vermitteln.

Die Messe bietet mit ihren Ausstellungen und Thementagen einen breiten Einblick in alle maritimen und seemännischen Bereiche.

Die Bordkameradschaft ehemalige Stammbesatzung SSS "Gorch Fock" erhält erstmalig die Gelegenheit, sich in einem derartigen Rahmen darzustellen. Wir werden die Messe "Boot & Fun" nutzen, um für das positive Image unseres Schiffes und deren Besatzung sowie für die weitere, traditionelle Verwendung der "Gorch Fock" als Ausbildungsschiff der Marine zu werben.

Unterstützt wird dies durch eine Fotogalerie, die mit faszinierenden, teils historischen Bildern einen Bogen spannt von der Bauphase und Taufe des Schiffes bis zur Umrundung von Kap Hoorn im Januar diesen Jahres. Um diese Fotogalerie zu realisieren zu können, wurde uns dankenswerterweise Bildmaterial von Blohm & Voss (ThyssenKrupp Marine Systems), der Deutschen Marine sowie Mitgliedern und Freunden der Bordkameradschaft zur Verfügung gestellt.

Weiterhin werden per Beamer "Gorch Fock" -Filme gezeigt.Der NDR genehmigte uns die Vorführung des "Kap Hoorn"-Filmes "Gegenwind" und Kapitän zur See Hans Freiher von Stackelberg stellte uns seine neueste DVD "Im Kielwasser der GORCH FOCK" – SHANTIES – SEGELN – SEEMANNSGARN, sowie den soeben digitalisierte Film "Abenteuer großer Atlantik" zur Verfügung.

Auf einen weiteren Film sei an dieser Stelle schon jetzt hingewiesen: Joachim Sons, langjähriger "Gorch-Fock"-Fahrer, plant im kommenden Jahr eine DVD herauszugeben. Der Titel "Auf den Spuren des Columbus" ist angelehnt an die Columbus-Regatta, eine von zahlreichen Großseglerparaden, an der die "Gorch Fock" während ihrer 93 / 94 / 95 Reise ( 21.747,8 sm) 1992 teilnahm. Der Film nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1992 und mit um die halbe Welt. Einen Trailer des Films gibt es schon online. Wer sich auf unserer Homepage registriert hat und angemeldet ist, kann den Trailer hier sehen.

Wir würden uns über einen Besuch auf der BOOT & fun an unserem Stand (Halle 25, DMB-Stand A30) freuen.

 

Betrachtungen zum "Pommerin-Bericht"

Hans Freiherr von Stackelberg Kapitän z.S. a.D., Kommadant SSS „Gorch Fock“ von 1972 bis 1978Hans Freiherr von Stackelberg Kapitän zur See a.D., Kommadant SSS „Gorch Fock“ von 1972 bis 1978

Vorwort

Wenn nach 52 Jahren weltweiter Anerkennung und über 14500 erfolgreich ausgebildeter Lehrgangsteilnehmer das Segelschulschiff „Gorch Fock“ als Ausbildungseinheit für einen, wenn auch nur vorüber gehenden Zeitraum - scheinbar unüberwindbaren Realitäten gehorchend - stillgelegt werden muss, so erregt das deswegen Besorgnis, weil nicht das Segelschulschiff nach so vielen erfolgreichen Jahren im Dienste unserer Marine für die seemännische Nachwuchsausbildung untauglich geworden sein kann (siehe dazu auch die weltweit problemlos - im zivilen Bereich selbst mit Jugendlichen ebenso, wie mit betagten Mitseglern - genutzten Segelschulschiffe), sondern weil unser heutiger maritimer Nachwuchs inzwischen - wenn auch nur zum Teil - leider untauglich dafür geworden zu sein scheint, dieses Schiff noch fachgerecht handhaben zu können. Wobei die Lösung dieses Problems sicherlich nicht in einem „Schiffsumbau für Zaghafte“ zu suchen ist, sondern vor allem in einer deutlich verlängerten und in ihrem Aufbau pädagogisch verbesserten Segelvorausbildung liegen muss. Besserwisserei und unsachliche Kritik - von welcher Seite auch immer - sollten hier fachlich fundierten und praxisnah realisierbaren Verbesserungen Raum geben!
Wir alle wünschen uns, unser geliebtes Schiff möglichst bald wieder im Dienste junger Menschen in See zu sehen und nur dazu soll auch die nachfolgende Stellungnahme meinerseits beitragen.

Anzeige

Betrachtungen zum Bericht der „Kommission zur zukünftigen Ausgestaltung der seemännischen Basisausbildung in der Deutschen Marine“

Der gehaltvolle und mit Sicherheit äußerst hilfreiche Bericht (im Sprachgebrauch „Pommerin-Bericht“ genannt) enthält die „Gorch Fock“ betreffend jedoch bedauerlicherweise einige wenige fragwürdige Punkte, die m. E. der besonderen Beachtung bedürfen, worauf im Folgenden hingewiesen werden soll:
Seite 5/6 - „ Sicherung am Arbeitsplatz“, Punkt 3 - „Aktive und passive Sicherheit an Bord“.

Rahgasten entern auf. Foto: Manfred Ohde.Rahgasten entern auf. Foto: Manfred Ohde.

1. Hier muss zunächst festgestellt werden, dass das so oft zitierte „Entern“ kein Selbstzweck als „erdachte Mutprobe“, sondern lediglich der notwendige „Weg zum Arbeitsplatz“ bei der Nutzung der Segel ist. (An Deck bleiben dann letztendlich nur die Pollergasten an den Mastgärten bzw. an den Nagelbänken zurück). Die in diesem Zusammenhang an den Wanten im Bericht geforderte Aufstiegssicherung durch seitliche Sicherungsseile und Steigschutzmitläufer mit Fallbremse sind in der Praxis - nach eigener langjähriger Borderfahrung - kaum vorstellbar, bei gleichzeitigem Aufentern einer größeren Zahl in der Takelage eingesetzter Rahgasten. (Es sei denn, praktische Erfahrungen liegen andernorts vor und könnten im Hinblick auf eine Nutzung in der Takelage des Segelschullschiffes „Gorch Fock“ vor Übernahme kritisch getestet werden). Die vorgeschlagenen Konstruktionen verbessern m. E. den bestehenden Sicherheitsstandard kaum; das Gegenteil scheint eher wahrscheinlich. (Behinderung beim gleichzeitigen Aufentern Vieler sowie Stau im Want mit Ermüdung bei schlechtem Wetter und bei niedrigen Temperaturen Unterkühlungen.) Auch geht Sicherheit nicht - wie im Bericht betont - immer vor Schnelligkeit, da Schnelligkeit bei Kälte für die Rahgasten sowie bei rasch aufkommendem Schlechtwetter für das Segelschiff lebenswichtig sein kann.

Groß-Mars-Saling. Foto: Manfred Ohde.Großmarssaling. Foto: Manfred Ohde.

2. Salingsdurchstieg: Noch unverständlicher erscheint die Forderung eines „Salingsdurchstiegs als eingehakter Durchstieg konzipiert“, wobei offensichtlich leider kein „Gorch Fock“-befahrener Fachmann mit Takelagekenntnissen zu Rate gezogen worden ist. Natürlich gibt es andere Großsegler, deren Takelagekonstruktion einen Durchstieg in der Saling vorsieht. In der „Gorch Fock“-Klasse ist das bei den zahlenmäßig starken Lehrgängen aber bewusst unterblieben, da so ein, für jeweils eine Person vorgesehener - bei starker Schiffsbewegung sehr unerfreulicher - Durchstieg beim Aufentern einer größeren Zahl von Rahgasten (besonders bei Schlechtwetter und Kälte) zum gefährlichen, um nicht zu sagen unverantwortlichen Stau im Want führen würde!
Außerdem würde die ohnehin beengte Stehfläche auf den Salings bei einem beidseitigen Durchstieg mit zwei bei Dunkelheit und schlingerndem Schiff gefährlichen Öffnungen zur zusätzlichen Gefahrenquelle werden.
Der Vorschlag erweist sich jedoch vor allem im wesentlichen deswegen als Utopie, weil die, bei nur etwas Übung schnell und zügig zu überwindenden Püttingswanten (vom Autor bei jeder Wetterlage am Tage wie nachts sicher mehrere Hundertmal benutzt) in der Hauptsache gar nicht dafür konzipiert wurden! Die massiven eisernen (und später lediglich zusätzlich zum Entern mit Webeleinen ausgewebten ) Püttingswanten, sind nämlich als entsprechende Stabilisatoren zur Unterstützung der Marsstengewanten wie auch der Bramstengewanten, genau wie diese an den Außenkanten der Mars-bzw. der Bramsalings verankert, von wo dann diese zusätzlich stabilisierenden dicht gestaffelten Püttingswanten schräg nach unten zu einem eisernen Mastband unterhalb der Saling führen.

Blick unter die Saling. Foto: PIZ Marine, Ricarda Schönbrodt.Blick unter die Saling. Foto: PIZ Marine, Ricarda Schönbrodt.

Daraus ergibt sich aber, dass es beim Entern gar nicht möglich ist (vorbei an den dicht stehenden Püttings), die Unterseite der Mars-oder Bramsalings zu erreichen. Ein Verzicht auf die Püttingswanten ist jedoch, jedenfalls bei der derzeitigen „Gorch Fock“-Takelage, alleine schon aus besagten Stabilitätsgründen ausgeschlossen.

3. Beleuchtung der Rahen: Der übliche Vorgang, die neu aufziehende Seewache nachts 15 Minuten vor Wachwechsel an Oberdeck zu holen, damit die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen konnten, genügte bisher völlig, um bei Dunkelheit (von sehr seltenen Ausnahmen abgesehen) in der Takelage arbeiten zu können, soweit die Segel nicht ohnehin schon vorsorglich zu Beginn der Dunkelheit gekürzt wurden. Zusätzliche Lichtnutzung war nachts, da sicherheitsgefährdend auf Grund Nachtblindheit beim Abwenden von der Lichtquelle, sowohl bei den Rahgasten in der Takelage als auch bei allen an Deck davon Betroffenen, eine stete Gefahrenquelle und daher war auch der Einsatz von Taschenlampen untersagt. Es scheint somit geraten, eine geplante derartige Nutzung nur sehr gezielt zum Einsatz zu bringen.
Während meines Mitsegelns auf Einladung der Schiffsführung des Segelschulschiffes „Eagle“ der U.S. Coast Guard, kam die im Bericht erwähnte Beleuchtung der Rahen nur als Illumination in den Häfen zum Einsatz und war ansonsten ausschließlich für dringende Ausnahmefälle vorgesehen.

Sollten sich jedoch mit der derzeitigen Weiterentwicklung moderner Techniken bei allen drei von mir erwähnten Punkten neue Möglichkeiten ergeben haben, so müssten diese dann natürlich zwecks erhöhter Sicherheitsstandards voll genutzt werden, wobei ein Festhalten an „althergebrachten Abläufen“ danach sicher unverantwortlich und strikt abzulehnen wären.

Hans von Stackelberg
Kapitän z.S. a.D.
Kmdt. SSS „Gorch Fock“ von 1972 bis 1978

 

Wie ein Tampen des SSS Gorch Fock zu den Zipfelmützen nach Köln kam

Vorgeschichte

Seit 14 Jahren trotzte das alte Hanfseil Wind und Urgewalten. Manch gewagtes Manöver wurde erst durch seine griffige und robuste Struktur möglich. Ungezählte und glückliche Momente bescherte es seiner Mannschaft, weil sie sich stets darauf verlassen konnte. Doch nun war es „hin“.

Die Rede ist nicht von einem Seil aus der Takelage eines stolzen Seejammers, sondern eher von einem Kletterseil. Und auch das hing nicht als stehendes oder laufendes Gut zur seemännischen Nutzung oder an einem Mastbaum, sondern an Bäumen in einem Garten in Köln. Auch die besagte Mannschaft war keine seemännische (noch nicht); sie bestand im Wesentlichen aus Kindern – sie selbst nennen sich „Zipfelmützen“ - die bei jeder sich bietenden Gelegenheit während ihrer Anwesenheit im Kindergarten am Seil kletterten.
Ein neues Seil musste her.

Woher nehmen

Empfang mit SeemannsliedernNach ersten Marktpreiserkundungen stand fest, dass der Kletterspaß im Kindergarten wohl ein unvermeidbares Ende hatte. Ein neues Kletterseil war viel zu teuer. Nach vielem hin und her Überlegen erinnerte sich die Mutter einer Zipfelmütze, von einem riesigen Segelschiff gehört zu haben. Das hatte eine Menge Seile. Dort könnte man doch jemanden fragen, ob er nicht eventuell ein Seil übrig hätte. Eines, das er nicht mehr gebrauchen konnte aber sich dennoch gut zum Klettern für die Kinder eignete.

Nach Recherchen im Internet stieß sie dann auf die Webseite unserer Bordkameradschaft. Sie entschloss sich, mit dem Webmaster Kontakt aufzunehmen, um dort ihren Wunsch vorzutragen.
Und so kam es.

Im Oktober letzten Jahres erreichte Hermann Dirkes die Bitte der Zipfelmützen. Das benötigte Seil sollte 45 Meter lang sein. Und kosten durfte es nichts. Als Gegenleistung boten sie so etwas wie die Übernahme einer „Seilpatenschaft“ der Gorch Fock gegenüber den Zipfelmützen an. Auch wollten sie ihr hölzernes Spielschiff auf den Namen Gorch Fock taufen und gaben dazu ihr Klabautermannehrenwort. Und der hatte wohl letztendlich auch weiter seine Finger im Spiel.

Hermann leitete die E-Mail mit einer entsprechenden Bitte an das Schiff weiter. Das befand sich zu dieser Zeit im Atlantischen Ozean an der Südseite Spaniens.

Die darauf folgende Rückantwort vom Decksmeister Steffen Kreidl lautete:

 
"Ein Moin Moin von See!
Wir segeln mit 10 Knoten im Golf von Cadiz bei bestem Wetter, es ist ein Traum! Natürlich werden die Zipfelmützen ihren Tampen bekommen. Meine Frage ist wo und wann möchtet ihr den Tampen abholen? Ich würde ihn mit Einlaufen am 12. Dezember bereit haben.
Gruß an Alle, Steffen"

Einer Übergabe des Tampens stand nun nichts mehr im Wege. Hermann kümmerte sich darum. Er beschaffte den Tampen, mobilisierte ein Übergabekomitee unserer Bordkameradschaft aus der ortsnahen Umgebung und vereinbarte einen Übergabetermin mit den Zipfelmützen.

Die Übergabe

Reinhard Epding macht den PalstekSo standen Hermann Dirkes, Reinhardt Epding und ich am Freitagnachmittag, den 16.01.2008, vor Ort bereit. Die Aktion konnte starten. Wir waren der feierlichen Übergabe entsprechend in 1. Geige erschienen und hatten den Tampen am Mann.

Als wir die Turnhalle betraten, wurde es mucks-mäuschen-still. Da standen sie. Die Zipfelmützen hatten sich durchweg alle als Piraten verkleidet. Geschminkt, mit Kopftüchern und Entermessern. Und groß aufgerissenen Augen. Sie waren um eine große Bootsattrappe versammelt. Die Turnhalle war mit vielen Gorch Fock Bildern und reichlich Seemännischem ausstaffiert. – Auch einige Eltern und die ortsansässige Presse waren da.

Die Leiterin der Zipfelmützen begrüßte uns herzlich und bedankte sich überschwänglich für den mitgebrachten Tampen. Sie erklärte, dass die Kinder die Turnhalle bereits 2 Wochen vorher für unseren Besuch vorbereitet hätten. – Damit wir uns dort so richtig wohlfühlen. Auch hätten sie Lieder für uns auswendig gelernt, die sie uns anschließend vorsangen. Wir ließen es uns nicht nehmen und stimmten unsererseits in den Shanty „My Bonny is over the ocean“ mit ein. Das machte bei den Zipfelmützen großen Eindruck.

Ein Seil von der Gorch FockAuch waren die Zipfelmützen vom anschließenden Arbeitseinsatz von Reinhardt Epding begeistert. Er zeigte ihnen mit dem mitgebrachten Tampen den Palstek, der den Tampen künftig an den Bäumen im Garten der Zipfelmützen befestigen sollte. Und das ging so. Einer von den Zipfelmützen stellte sich als „Baum“ vor Reinhardt auf. Dieser schlang den Tampen um ihn herum und knotete den Palstek. Anschließend hob Reinhardt die Zipfelmütze mit Hilfe des Tampens hoch, um die Festigkeit des Palsteks zu prüfen. Und dann gings los. Hinter der ersten Zipfelmütze bildete sich wie von Geisterhand eine lange Schlange der Anderen. Es schien, als ob jeder angebunden und angehoben werden wollte. Reinhardt gab sein Bestes. Er fertigte Einen nach dem Anderen ab.

Als Randprogramm führte Hermann den geworfenen Achterknoten vor. Dazu knotete er zuerst einen Achterknoten ………… und warf ihn anschließend weg. Nachdem sich die Enttäuschung der Anwesenden über diesen „blöden Gag“ ein wenig gelegt hatte, holte Hermann nochmals aus. Und diesmal machte er es tatsächlich. Er griff ein kurzes Seil an seinen beiden Enden und ließ es im Bogen nach unten hängen. Dann führte er mit seinen Armen eine ruckartige Drehbewegung durch und warf gezielt ein Ende des Seils von oben durch das bei der Verdrehung entstandene Auge. Fazit: Der geworfene Achterknoten! Die Anwesenden waren begeistert.

Raimond Ramolle zeigt viel GeduldDoch auch ich war gefordert. Ich stellte mich den vielfältigen Fragen zu meinen Erfahrungen auf der Gorch Fock und dem alltäglichen Leben auf einem Segelschiff. Die Fragen drehten sich beispielsweise um die Funktion einer Schiffsglocke, über die Notwendigkeit von Hängematten an Bord, bis hin zu der Frage, warum es eigentlich Segelschiffe gibt.

Der anschließende Nachmittag verging mit viel Klönschnack bei Kaffee, Sekt und auch etwas Essbarem.

Gute Zusammenarbeit

Es hat uns drei Kameraden viel Spaß bereitet, sich an diesem Tage mit den Zipfelmützen zu beschäftigen. Beim Abschied hatten wir das wohlige Gefühl, etwas Gutes im Auftrag des Schiffes getan zu haben. Mir wurde klar, dass es wieder einmal auf die gute Zusammenarbeit zwischen Bordkameradschaft und Schiff zurückzuführen war. – Weiter so. – Vielen Dank – auch im Namen der Zipfelmützen – an die Kameraden, den Decksmeister Stefan Kreidl und den Kommandanten Kapitän zur See Norbert Schatz.


Raimond Ramolla

Bericht im Kölner Stadtanzeiger

Videobericht im ksta-tv

 

MyGorchFock

Teile diesen Beitrag bei

FacebookMySpaceTwitterDiggDeliciousStumbleuponGoogle BookmarksRedditNewsvineTechnoratiLinkedinMixxRSS FeedPinterest

Benutzermenü

Newsletter

Newsletter dieser Seite kann nur erhalten, wer sich hier eingetragen hat.

*

*

*

  Disclaimer akzeptieren *

Bitte helfen Sie uns Spam zu vermeiden, und lösen Sie diese kleine Aufgabe!

Wieviele Beine hat ein Pferd? (1, 2, ...)

*

(*) Pflichtfelder