Google+ Segelschulschiff Gorch Fock Homepage der Bordkameradschaft Aktuelles vom Schiff
Home  //  •> Beiträge  //  •> Bordkameradschaft

Frohe Weihnachten

Gorch Fock Weihnachtsgruß 2011

 

Bordkameradschaft auf BOOT & fun in Berlin

Gorch Fock vor Kap Hoorn.

Zusammenarbeit mit dem Deutschen Marinebund e.V. (DMB) Landesverband Berlin-Brandenburg, sind am Samstag, den 26.11.2011, dem Thementag "Segelschulschiff Gorch Fock" auf dem Messestand des DMB ehemalige "Gorch-Fock"-Fahrer zu finden, die die Bordkameradschaft ehemalige Stammbesatzung SSS "Gorch Fock" dort repräsentieren und interessierten Messebesuchern Einblicke in die seemännische Ausbildung auf dem Segelschulschiff vermitteln.

Die Messe bietet mit ihren Ausstellungen und Thementagen einen breiten Einblick in alle maritimen und seemännischen Bereiche.

Die Bordkameradschaft ehemalige Stammbesatzung SSS "Gorch Fock" erhält erstmalig die Gelegenheit, sich in einem derartigen Rahmen darzustellen. Wir werden die Messe "Boot & Fun" nutzen, um für das positive Image unseres Schiffes und deren Besatzung sowie für die weitere, traditionelle Verwendung der "Gorch Fock" als Ausbildungsschiff der Marine zu werben.

Unterstützt wird dies durch eine Fotogalerie, die mit faszinierenden, teils historischen Bildern einen Bogen spannt von der Bauphase und Taufe des Schiffes bis zur Umrundung von Kap Hoorn im Januar diesen Jahres. Um diese Fotogalerie zu realisieren zu können, wurde uns dankenswerterweise Bildmaterial von Blohm & Voss (ThyssenKrupp Marine Systems), der Deutschen Marine sowie Mitgliedern und Freunden der Bordkameradschaft zur Verfügung gestellt.

Weiterhin werden per Beamer "Gorch Fock" -Filme gezeigt.Der NDR genehmigte uns die Vorführung des "Kap Hoorn"-Filmes "Gegenwind" und Kapitän zur See Hans Freiher von Stackelberg stellte uns seine neueste DVD "Im Kielwasser der GORCH FOCK" – SHANTIES – SEGELN – SEEMANNSGARN, sowie den soeben digitalisierte Film "Abenteuer großer Atlantik" zur Verfügung.

Auf einen weiteren Film sei an dieser Stelle schon jetzt hingewiesen: Joachim Sons, langjähriger "Gorch-Fock"-Fahrer, plant im kommenden Jahr eine DVD herauszugeben. Der Titel "Auf den Spuren des Columbus" ist angelehnt an die Columbus-Regatta, eine von zahlreichen Großseglerparaden, an der die "Gorch Fock" während ihrer 93 / 94 / 95 Reise ( 21.747,8 sm) 1992 teilnahm. Der Film nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1992 und mit um die halbe Welt. Einen Trailer des Films gibt es schon online. Wer sich auf unserer Homepage registriert hat und angemeldet ist, kann den Trailer hier sehen.

Wir würden uns über einen Besuch auf der BOOT & fun an unserem Stand (Halle 25, DMB-Stand A30) freuen.

 

Betrachtungen zum "Pommerin-Bericht"

Hans Freiherr von Stackelberg Kapitän z.S. a.D., Kommadant SSS „Gorch Fock“ von 1972 bis 1978Hans Freiherr von Stackelberg Kapitän zur See a.D., Kommadant SSS „Gorch Fock“ von 1972 bis 1978

Vorwort

Wenn nach 52 Jahren weltweiter Anerkennung und über 14500 erfolgreich ausgebildeter Lehrgangsteilnehmer das Segelschulschiff „Gorch Fock“ als Ausbildungseinheit für einen, wenn auch nur vorüber gehenden Zeitraum - scheinbar unüberwindbaren Realitäten gehorchend - stillgelegt werden muss, so erregt das deswegen Besorgnis, weil nicht das Segelschulschiff nach so vielen erfolgreichen Jahren im Dienste unserer Marine für die seemännische Nachwuchsausbildung untauglich geworden sein kann (siehe dazu auch die weltweit problemlos - im zivilen Bereich selbst mit Jugendlichen ebenso, wie mit betagten Mitseglern - genutzten Segelschulschiffe), sondern weil unser heutiger maritimer Nachwuchs inzwischen - wenn auch nur zum Teil - leider untauglich dafür geworden zu sein scheint, dieses Schiff noch fachgerecht handhaben zu können. Wobei die Lösung dieses Problems sicherlich nicht in einem „Schiffsumbau für Zaghafte“ zu suchen ist, sondern vor allem in einer deutlich verlängerten und in ihrem Aufbau pädagogisch verbesserten Segelvorausbildung liegen muss. Besserwisserei und unsachliche Kritik - von welcher Seite auch immer - sollten hier fachlich fundierten und praxisnah realisierbaren Verbesserungen Raum geben!
Wir alle wünschen uns, unser geliebtes Schiff möglichst bald wieder im Dienste junger Menschen in See zu sehen und nur dazu soll auch die nachfolgende Stellungnahme meinerseits beitragen.

Anzeige

Betrachtungen zum Bericht der „Kommission zur zukünftigen Ausgestaltung der seemännischen Basisausbildung in der Deutschen Marine“

Der gehaltvolle und mit Sicherheit äußerst hilfreiche Bericht (im Sprachgebrauch „Pommerin-Bericht“ genannt) enthält die „Gorch Fock“ betreffend jedoch bedauerlicherweise einige wenige fragwürdige Punkte, die m. E. der besonderen Beachtung bedürfen, worauf im Folgenden hingewiesen werden soll:
Seite 5/6 - „ Sicherung am Arbeitsplatz“, Punkt 3 - „Aktive und passive Sicherheit an Bord“.

Rahgasten entern auf. Foto: Manfred Ohde.Rahgasten entern auf. Foto: Manfred Ohde.

1. Hier muss zunächst festgestellt werden, dass das so oft zitierte „Entern“ kein Selbstzweck als „erdachte Mutprobe“, sondern lediglich der notwendige „Weg zum Arbeitsplatz“ bei der Nutzung der Segel ist. (An Deck bleiben dann letztendlich nur die Pollergasten an den Mastgärten bzw. an den Nagelbänken zurück). Die in diesem Zusammenhang an den Wanten im Bericht geforderte Aufstiegssicherung durch seitliche Sicherungsseile und Steigschutzmitläufer mit Fallbremse sind in der Praxis - nach eigener langjähriger Borderfahrung - kaum vorstellbar, bei gleichzeitigem Aufentern einer größeren Zahl in der Takelage eingesetzter Rahgasten. (Es sei denn, praktische Erfahrungen liegen andernorts vor und könnten im Hinblick auf eine Nutzung in der Takelage des Segelschullschiffes „Gorch Fock“ vor Übernahme kritisch getestet werden). Die vorgeschlagenen Konstruktionen verbessern m. E. den bestehenden Sicherheitsstandard kaum; das Gegenteil scheint eher wahrscheinlich. (Behinderung beim gleichzeitigen Aufentern Vieler sowie Stau im Want mit Ermüdung bei schlechtem Wetter und bei niedrigen Temperaturen Unterkühlungen.) Auch geht Sicherheit nicht - wie im Bericht betont - immer vor Schnelligkeit, da Schnelligkeit bei Kälte für die Rahgasten sowie bei rasch aufkommendem Schlechtwetter für das Segelschiff lebenswichtig sein kann.

Groß-Mars-Saling. Foto: Manfred Ohde.Großmarssaling. Foto: Manfred Ohde.

2. Salingsdurchstieg: Noch unverständlicher erscheint die Forderung eines „Salingsdurchstiegs als eingehakter Durchstieg konzipiert“, wobei offensichtlich leider kein „Gorch Fock“-befahrener Fachmann mit Takelagekenntnissen zu Rate gezogen worden ist. Natürlich gibt es andere Großsegler, deren Takelagekonstruktion einen Durchstieg in der Saling vorsieht. In der „Gorch Fock“-Klasse ist das bei den zahlenmäßig starken Lehrgängen aber bewusst unterblieben, da so ein, für jeweils eine Person vorgesehener - bei starker Schiffsbewegung sehr unerfreulicher - Durchstieg beim Aufentern einer größeren Zahl von Rahgasten (besonders bei Schlechtwetter und Kälte) zum gefährlichen, um nicht zu sagen unverantwortlichen Stau im Want führen würde!
Außerdem würde die ohnehin beengte Stehfläche auf den Salings bei einem beidseitigen Durchstieg mit zwei bei Dunkelheit und schlingerndem Schiff gefährlichen Öffnungen zur zusätzlichen Gefahrenquelle werden.
Der Vorschlag erweist sich jedoch vor allem im wesentlichen deswegen als Utopie, weil die, bei nur etwas Übung schnell und zügig zu überwindenden Püttingswanten (vom Autor bei jeder Wetterlage am Tage wie nachts sicher mehrere Hundertmal benutzt) in der Hauptsache gar nicht dafür konzipiert wurden! Die massiven eisernen (und später lediglich zusätzlich zum Entern mit Webeleinen ausgewebten ) Püttingswanten, sind nämlich als entsprechende Stabilisatoren zur Unterstützung der Marsstengewanten wie auch der Bramstengewanten, genau wie diese an den Außenkanten der Mars-bzw. der Bramsalings verankert, von wo dann diese zusätzlich stabilisierenden dicht gestaffelten Püttingswanten schräg nach unten zu einem eisernen Mastband unterhalb der Saling führen.

Blick unter die Saling. Foto: PIZ Marine, Ricarda Schönbrodt.Blick unter die Saling. Foto: PIZ Marine, Ricarda Schönbrodt.

Daraus ergibt sich aber, dass es beim Entern gar nicht möglich ist (vorbei an den dicht stehenden Püttings), die Unterseite der Mars-oder Bramsalings zu erreichen. Ein Verzicht auf die Püttingswanten ist jedoch, jedenfalls bei der derzeitigen „Gorch Fock“-Takelage, alleine schon aus besagten Stabilitätsgründen ausgeschlossen.

3. Beleuchtung der Rahen: Der übliche Vorgang, die neu aufziehende Seewache nachts 15 Minuten vor Wachwechsel an Oberdeck zu holen, damit die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen konnten, genügte bisher völlig, um bei Dunkelheit (von sehr seltenen Ausnahmen abgesehen) in der Takelage arbeiten zu können, soweit die Segel nicht ohnehin schon vorsorglich zu Beginn der Dunkelheit gekürzt wurden. Zusätzliche Lichtnutzung war nachts, da sicherheitsgefährdend auf Grund Nachtblindheit beim Abwenden von der Lichtquelle, sowohl bei den Rahgasten in der Takelage als auch bei allen an Deck davon Betroffenen, eine stete Gefahrenquelle und daher war auch der Einsatz von Taschenlampen untersagt. Es scheint somit geraten, eine geplante derartige Nutzung nur sehr gezielt zum Einsatz zu bringen.
Während meines Mitsegelns auf Einladung der Schiffsführung des Segelschulschiffes „Eagle“ der U.S. Coast Guard, kam die im Bericht erwähnte Beleuchtung der Rahen nur als Illumination in den Häfen zum Einsatz und war ansonsten ausschließlich für dringende Ausnahmefälle vorgesehen.

Sollten sich jedoch mit der derzeitigen Weiterentwicklung moderner Techniken bei allen drei von mir erwähnten Punkten neue Möglichkeiten ergeben haben, so müssten diese dann natürlich zwecks erhöhter Sicherheitsstandards voll genutzt werden, wobei ein Festhalten an „althergebrachten Abläufen“ danach sicher unverantwortlich und strikt abzulehnen wären.

Hans von Stackelberg
Kapitän z.S. a.D.
Kmdt. SSS „Gorch Fock“ von 1972 bis 1978

 

Wie ein Tampen des SSS Gorch Fock zu den Zipfelmützen nach Köln kam

Vorgeschichte

Seit 14 Jahren trotzte das alte Hanfseil Wind und Urgewalten. Manch gewagtes Manöver wurde erst durch seine griffige und robuste Struktur möglich. Ungezählte und glückliche Momente bescherte es seiner Mannschaft, weil sie sich stets darauf verlassen konnte. Doch nun war es „hin“.

Die Rede ist nicht von einem Seil aus der Takelage eines stolzen Seejammers, sondern eher von einem Kletterseil. Und auch das hing nicht als stehendes oder laufendes Gut zur seemännischen Nutzung oder an einem Mastbaum, sondern an Bäumen in einem Garten in Köln. Auch die besagte Mannschaft war keine seemännische (noch nicht); sie bestand im Wesentlichen aus Kindern – sie selbst nennen sich „Zipfelmützen“ - die bei jeder sich bietenden Gelegenheit während ihrer Anwesenheit im Kindergarten am Seil kletterten.
Ein neues Seil musste her.

Woher nehmen

Empfang mit SeemannsliedernNach ersten Marktpreiserkundungen stand fest, dass der Kletterspaß im Kindergarten wohl ein unvermeidbares Ende hatte. Ein neues Kletterseil war viel zu teuer. Nach vielem hin und her Überlegen erinnerte sich die Mutter einer Zipfelmütze, von einem riesigen Segelschiff gehört zu haben. Das hatte eine Menge Seile. Dort könnte man doch jemanden fragen, ob er nicht eventuell ein Seil übrig hätte. Eines, das er nicht mehr gebrauchen konnte aber sich dennoch gut zum Klettern für die Kinder eignete.

Nach Recherchen im Internet stieß sie dann auf die Webseite unserer Bordkameradschaft. Sie entschloss sich, mit dem Webmaster Kontakt aufzunehmen, um dort ihren Wunsch vorzutragen.
Und so kam es.

Im Oktober letzten Jahres erreichte Hermann Dirkes die Bitte der Zipfelmützen. Das benötigte Seil sollte 45 Meter lang sein. Und kosten durfte es nichts. Als Gegenleistung boten sie so etwas wie die Übernahme einer „Seilpatenschaft“ der Gorch Fock gegenüber den Zipfelmützen an. Auch wollten sie ihr hölzernes Spielschiff auf den Namen Gorch Fock taufen und gaben dazu ihr Klabautermannehrenwort. Und der hatte wohl letztendlich auch weiter seine Finger im Spiel.

Hermann leitete die E-Mail mit einer entsprechenden Bitte an das Schiff weiter. Das befand sich zu dieser Zeit im Atlantischen Ozean an der Südseite Spaniens.

Die darauf folgende Rückantwort vom Decksmeister Steffen Kreidl lautete:

 
"Ein Moin Moin von See!
Wir segeln mit 10 Knoten im Golf von Cadiz bei bestem Wetter, es ist ein Traum! Natürlich werden die Zipfelmützen ihren Tampen bekommen. Meine Frage ist wo und wann möchtet ihr den Tampen abholen? Ich würde ihn mit Einlaufen am 12. Dezember bereit haben.
Gruß an Alle, Steffen"

Einer Übergabe des Tampens stand nun nichts mehr im Wege. Hermann kümmerte sich darum. Er beschaffte den Tampen, mobilisierte ein Übergabekomitee unserer Bordkameradschaft aus der ortsnahen Umgebung und vereinbarte einen Übergabetermin mit den Zipfelmützen.

Die Übergabe

Reinhard Epding macht den PalstekSo standen Hermann Dirkes, Reinhardt Epding und ich am Freitagnachmittag, den 16.01.2008, vor Ort bereit. Die Aktion konnte starten. Wir waren der feierlichen Übergabe entsprechend in 1. Geige erschienen und hatten den Tampen am Mann.

Als wir die Turnhalle betraten, wurde es mucks-mäuschen-still. Da standen sie. Die Zipfelmützen hatten sich durchweg alle als Piraten verkleidet. Geschminkt, mit Kopftüchern und Entermessern. Und groß aufgerissenen Augen. Sie waren um eine große Bootsattrappe versammelt. Die Turnhalle war mit vielen Gorch Fock Bildern und reichlich Seemännischem ausstaffiert. – Auch einige Eltern und die ortsansässige Presse waren da.

Die Leiterin der Zipfelmützen begrüßte uns herzlich und bedankte sich überschwänglich für den mitgebrachten Tampen. Sie erklärte, dass die Kinder die Turnhalle bereits 2 Wochen vorher für unseren Besuch vorbereitet hätten. – Damit wir uns dort so richtig wohlfühlen. Auch hätten sie Lieder für uns auswendig gelernt, die sie uns anschließend vorsangen. Wir ließen es uns nicht nehmen und stimmten unsererseits in den Shanty „My Bonny is over the ocean“ mit ein. Das machte bei den Zipfelmützen großen Eindruck.

Ein Seil von der Gorch FockAuch waren die Zipfelmützen vom anschließenden Arbeitseinsatz von Reinhardt Epding begeistert. Er zeigte ihnen mit dem mitgebrachten Tampen den Palstek, der den Tampen künftig an den Bäumen im Garten der Zipfelmützen befestigen sollte. Und das ging so. Einer von den Zipfelmützen stellte sich als „Baum“ vor Reinhardt auf. Dieser schlang den Tampen um ihn herum und knotete den Palstek. Anschließend hob Reinhardt die Zipfelmütze mit Hilfe des Tampens hoch, um die Festigkeit des Palsteks zu prüfen. Und dann gings los. Hinter der ersten Zipfelmütze bildete sich wie von Geisterhand eine lange Schlange der Anderen. Es schien, als ob jeder angebunden und angehoben werden wollte. Reinhardt gab sein Bestes. Er fertigte Einen nach dem Anderen ab.

Als Randprogramm führte Hermann den geworfenen Achterknoten vor. Dazu knotete er zuerst einen Achterknoten ………… und warf ihn anschließend weg. Nachdem sich die Enttäuschung der Anwesenden über diesen „blöden Gag“ ein wenig gelegt hatte, holte Hermann nochmals aus. Und diesmal machte er es tatsächlich. Er griff ein kurzes Seil an seinen beiden Enden und ließ es im Bogen nach unten hängen. Dann führte er mit seinen Armen eine ruckartige Drehbewegung durch und warf gezielt ein Ende des Seils von oben durch das bei der Verdrehung entstandene Auge. Fazit: Der geworfene Achterknoten! Die Anwesenden waren begeistert.

Raimond Ramolle zeigt viel GeduldDoch auch ich war gefordert. Ich stellte mich den vielfältigen Fragen zu meinen Erfahrungen auf der Gorch Fock und dem alltäglichen Leben auf einem Segelschiff. Die Fragen drehten sich beispielsweise um die Funktion einer Schiffsglocke, über die Notwendigkeit von Hängematten an Bord, bis hin zu der Frage, warum es eigentlich Segelschiffe gibt.

Der anschließende Nachmittag verging mit viel Klönschnack bei Kaffee, Sekt und auch etwas Essbarem.

Gute Zusammenarbeit

Es hat uns drei Kameraden viel Spaß bereitet, sich an diesem Tage mit den Zipfelmützen zu beschäftigen. Beim Abschied hatten wir das wohlige Gefühl, etwas Gutes im Auftrag des Schiffes getan zu haben. Mir wurde klar, dass es wieder einmal auf die gute Zusammenarbeit zwischen Bordkameradschaft und Schiff zurückzuführen war. – Weiter so. – Vielen Dank – auch im Namen der Zipfelmützen – an die Kameraden, den Decksmeister Stefan Kreidl und den Kommandanten Kapitän zur See Norbert Schatz.


Raimond Ramolla

Bericht im Kölner Stadtanzeiger

Videobericht im ksta-tv

 

50 Jahre Mitglied im DMB

Schon seit 1957 gehörte Fritz Baumann, der erste Decksmeister des deutschen Segelschulschiffes, zum "Kommando Gorch Fock". Am 1. Oktober 1959 trat er dem Deutschen Marinebund (DMB) bei.
Peter Jocobs und Hermann Dirkes überreichen dem Jubilar eine Urkunde und die Ehrennadel in Gold.In seinem Haus in Bamberg wurde ihm nun für seine 50-jährige Mitgliedschaft im DMB eine Goldene Ehrennadel samt Urkunde übergeben. Dazu reiste der 1. Crewchef der Bordkameradschaft eigens aus Wilhelmshaven an. "Besuch aus »Schlick-Town«", rief der Jubilar und freute sich über Peter Jacobs, mit dem er zusammen auf dem Segelschulschiff Gorch Fock fuhr und viele gemeinsame Erinnerungen teilt.
Neben dem ersten Vorsitzenden der Bordkameradschaft ehemalige Stammbesatzung SSS Gorch Fock und dessen Schriftführer Hermann Dirkes, fanden sich auch Vorstandsmitglieder der befreundeten Marinekameradschaft Bamberg ein und gratulierten dem Jubilar und überreichten das Wappen der Marinekameradschaft.
Nach einem guten Kaffee mit "Seelenspitzen", einer leckeren Bamberger Spezialität, schwelgte man in Erinnerungen und so manche neue, noch nie gehörte Geschichten aus "der guten alten Zeit" machten die Runde. Von einem Wettentern 1959 bis zur Marssaling mit dem späteren Kommandanten, Kapitän von Stackelberg oder von einem Segeloffizier, der sich eine Fußmatte aus geteertem Tauwerk fertigte, die man im gesamten Achterschiff riechen konnte.
Der in Schlesien geborene, gelernte Maurer kam 1937 zur Kriegsmarine. Nach verschiedenen Landkommandos wurde er auf das Panzerschiff Deutschland versetzt und war im Spanieneinsatz. Nach der Versenkung der Deutschland war deren Besatzung als Landkommando bis zum Kriegsende in Spanien eingesetzt. Zum Kriegsende geriet Baumann in englische Gefangenschaft und wurde nach Meldorf in Schleswig-Holstein verbracht. Nach der Entlassung begab er sich auf die Suche nach seiner Familie, die er im bayrischen Bamberg fand.
Seemännische Erfahrung brachte der Bamberger Fritz Baumann also mit, als er am 2. September 1956 als bereits 40-jähriger in die Bundesmarine eintrat. Die Arbeit auf einem Großsegler unterscheidet sich jedoch grundlegend vom Dienst auf einem Kriegsschiff.
Deshalb fanden Takler- und Segelmacherlehrgänge bei der Firma Stein in Hamburg und der Segelmacherei Hinsch in Glückstadt statt. Am 1. April 1958 betrat Fritz Baumann zusammen mit dem Kommandanten Fregattenkapitän Wolfgang Erhard, den Divisionsoffizieren, Korvettenkapitän Löhl und von Witzendorff, sowie einem Teil der seemännischen Unteroffiziere in La Spezia / Italien das italienische Segelschulschiff Amerigo Vespucci. Zu dem Zeitpunkt lag es in der Werft im Trockendock und man arbeitete bei allen durchzuführenden Werftarbeiten mit. Nach einer 7-wöchigen Ausbildungsreise mit dem Segelschulschiff der italienischen Marine endete der Italienaufenthalt am 6. Juli 1958. Es folgten weitere "Trockenübungen" auf dem Schulschiff der Handelsmarine "Deutschland" in Bremen, um im August 1958 mit der ersten Besatzung in Hamburg an der Taufe und dem folgenden Stapellauf dabei zu sein.
Bei der ersten Reise der Gorch Fock stand Baumann noch Franz Russow zur Seite, der letzte Decksmeister auf dem ehemaligen Schwesterschiff "Horst Wessel" (jetzt Eagle). Danach fuhr Fritz Baumann als alleiniger Decksmeister, der seemännischen Nr. 1 und besuchte in den 5 Jahren seiner Gorch-Fock-Zeit Spanien, Irland, Schweden, Belgien, Portugal, Frankreich, Italien, Dänemark, Norwegen, Frankreich, Island, Madeira, England, Niederlande, Teneriffa, die Azoren und New York. Seine schönsten Erlebnisse waren, so teilte er mit, nach getaner Arbeit mit dem Kommandanten in der PUO-Messe ein Bierchen zu trinken.
Als einmal kein Koch gefunden werden konnte, reichte sein Einfluss aus, um seinen Schwager für 3 Jahre als Koch auf der Gorch Fock zu verpflichten. 1962 verließ Fritz Baumann die Gorch Fock und kam durch Empfehlung von Kapitän Wolfgang Erhardt zurück nach Bamberg. Dort war er bis zum Ende seiner Dienstzeit mit 63 Jahren im Kreiswehrersatzamt als Reservistenbetreuer tätig.
Auf die Frage, was ihn denn in den 30 Jahren Altersruhestand jung gehalten hätte, antwortete Fritz: Jeden Tag ein Bier! Heute waren es sogar zwei!

 

MyGorchFock

Teile diesen Beitrag bei

FacebookMySpaceTwitterDiggDeliciousStumbleuponGoogle BookmarksRedditNewsvineTechnoratiLinkedinMixxRSS FeedPinterest

Benutzermenü

Newsletter

Newsletter dieser Seite kann nur erhalten, wer sich hier eingetragen hat.

*

*

*

  Disclaimer akzeptieren *

Bitte helfen Sie uns Spam zu vermeiden, und lösen Sie diese kleine Aufgabe!

Wieviele Beine hat ein Pferd? (1, 2, ...)

*

(*) Pflichtfelder