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Samstag, den 22. Januar 2011 um 00:30 Uhr |
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Nach Meutereivorwürfen auf Schulschiff
"Gorch Fock"-Kommandant muss gehen
Der Kommandant des Segelschulschiffs "Gorch Fock", Norbert Schatz, ist nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks seines Postens enthoben worden. Der Inspekteur der Marine habe ihn telefonisch über den Schritt informiert, sagte Schatz. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte die Angaben bislang nicht. Auf Anfrage hieß es, in dieser Frage sei noch keine Entscheidung gefallen.
Schiff kehrt im Februar nach Deutschland zurück
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Montag, den 17. Januar 2011 um 00:00 Uhr |
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Das Kap Hoorn auf der chilenischen Felseninsel Isla Hornos (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Yvonne Knoll/Presse- und Informationszentrum Marine)
Kap Hoorn in Sicht
Mit großer Spannung war sie von der gesamten 200-köpfigen Besatzung des Segelschulschiffes GORCH FOCK erwartet worden: Die Umrundung des legendären und berüchtigten Kap Hoorn, der südlichen Spitze des südamerikanischen Kontinents. Am Morgen des 14. Januars 2011 war es dann endlich soweit, als der Ausguck „Land in Sicht“ meldete - Kap Hoorn!
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Samstag, den 15. Januar 2011 um 00:00 Uhr |
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Der Höhepunkt der Reise ist erreicht. Kap Hoorn ist in Sicht. Blick vom Segelschulschiff "Gorch Fock" aufs Kap Hoorn © NDR.de / Andreas Schmidt Fotograf: Andreas Schmidt
Reisetagebuch "Gorch Fock": Kap Hoorn in Sicht
Es ist zunächst ein Morgen wie viele andere auf dieser Reise. Anziehen ist eine Sportart für sich. Ohne blaue Flecken zum Frühstück zu kommen, ist die hohe Schule. Der Wind ist ideal - wenn man so will. Er kommt aus Südwest und pendelt um die 40 Knoten, also acht bis neun Windstärken. Für hiesige Verhältnisse ist das moderat. Immerhin ist Hochsommer im südlichen Ozean: Regen und Hagelschauer bei Wasser- und Lufttemperaturen um die fünf Grad.
Nicht nur irgendein Felsen
Dann ein Anruf von der Brücke: "Kap Hoorn in Sicht". An Deck herrscht aufgekratzte Stimmung. Immer mehr Menschen versammeln sich, genießen das Schauspiel. Man könnte zwar sagen: Es ist nur ein Felsen, aber dieser ist anders. Die Spitze des Kaps reicht weit hinaus aus der zerklüfteten Küstenlandschaft. Der Himmel ist verhangen, doch die Spitze ist immer zu sehen. Manchmal kommt ein Sonnenstrahl durch. Dann beleuchtet er eine dramatische Szenerie. Graue Klippen, grünes Land und vorgelagerte Felsen über denen sich die Ozeanwellen wie in Zeitlupe brechen. Meterhoch fliegt die Gischt. Ein Tanker kreuzt unser Kielwasser. Er rollt in der See, wählt einen weiten Umweg ums Kap. Kommandant Schatz gerät ins Schwärmen.
Kommandant Norbert Schatz erlebt den Höhepunkt seiner seemännsichen Karriere. Norbert Schatz, Kommandant des Segelschulschiff "Gorch Fock", blickt aufs Meer hinaus © NDR.de / Andreas Schmidt Fotograf: Andreas Schmidt
Für die "Gorch Fock" sind Wind, Wellen, und Strom heute günstig. Deswegen kommen wir bis auf eine Seemeile ans Kap heran. "Es war ein Kampf, hierherzukommen", sagt einer der Wehrpflichtigen an Bord und gerät ins Schwärmen. "Aber der Kampf hat sich gelohnt." Jetzt spielt er mit dem Gedanken, bei der Marine zu bleiben und Offizier zu werden. Norbert Schatz, der Kommandant, erlebt den Höhepunkt seiner seemännsichen Karriere: "Das ist einzigartig. Das ist ein Geschenk, und das muss man dann auch annehmen."
Kap Hoorn zum Zweiten
Wir kommen langsam zum Ende unserer Dreharbeiten. Viele schlaflose Nächte, kräftiges Festkrallen und Weiterhangeln, das lange Warten auf den richtigen Augenblick - es hat uns genug Material eingebracht, um spannende Geschichten für das NDR Fernsehen zu produzieren. In zwei Tagen legt die "Gorch Fock" in Ushuaia an, einer ehemaligen Sträflingskolonie am Beagle-Kanal. Jetzt ist Ushuaia ein beliebter Hafen für Kreuzfahrer und Antarktis-Reisende. Danach wird das Segelschulschiff noch einmal ums Kap Hoorn segeln - diesmal aber in westlicher Richtung. Das ist gegen die vorherrschenden Winde, gegen die Strömung, gegen die Wellen - und eine neue Herausforderung für die gesamte Mannschaft. Doch zur "Kieler Woche" wollen sie wieder in Kiel sein.
Kap Hoorn - "Selbst der Teufel würde hier erfrieren", schrieb einst Charles Darwin. Keine Passage auf den Seewegen der Weltmeere ist gefährlicher als die vorbei an Amerikas südlichster Spitze. An diesem abgelegenen Flecken Erde treffen die kalten und warmen Wassermassen von Atlantik und Pazifik ungebremst aufeinander. Das Ergebnis sind mächtige Orkane, Kälte, Regen und Eisberge. Kommandierende Kapitäne, die das Kap Hoorn auf einem Frachtensegler ohne Hilfsmotor bezwangen, wurden Ehrenmitglieder der Kap Hoorniers, einer internationalen Gemeinschaft. Am 13. Januar 2006 umrundete mit der mit einem Hilfsmotor ausgestatteten Bark "Alexander von Humboldt" erstmals seit 1949 wieder ein Rahsegler unter deutscher Flagge das Kap. Die "Gorch Fock" steht jetzt kurz davor..
Weitere Fotos von Andreas Schmidt NDR
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Samstag, den 15. Januar 2011 um 00:00 Uhr |
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Das Segelschulschiff unter Segeln (Quelle © 2011 Bundeswehr / Bernd Zink)
GORCH FOCK erreicht Kap Hoorn
Heute war der historische Moment endlich soweit. Die GORCH FOCK hat nach der Passage der Magellan-Straße (von ost nach west) und anschließendem Südkurs erstmalig in ihrer Geschichte gegen 09.30 Uhr Ortszeit (13.30 MEZ) das Kap Hoorn erreicht. Das Segelschulschiff der Deutschen Marine ließ sich auch durch widrige Wetterbedingungen und grober See in den vorangegangenen zwei Tagen nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Das Gewässer rund um die Südspitze des südamerikanischen Kontinents ist jedoch vor allem durch heftige und häufige Stürme berüchtigt, so dass einer Umrundung des Kap Hoorns ohne kräftige Winde sicher etwas Authentizität fehlen würde.
Quelle: piz Marine |
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Freitag, den 14. Januar 2011 um 00:00 Uhr |
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Blick nach achtern übers Kartenhaus. © NDR.de / Andreas Schmidt Fotograf: Andreas Schmidt
Reisetagebuch "Gorch Fock": Motorschaden
Am Abend haben wir noch einmal Glück. Die See ist etwas ruhiger geworden. Wir beschließen, mit der Kamera nach Albatrossen Ausschau zu halten. Immer wieder kreisen sie um die „Gorch Fock“, doch sie sind schwer zu erwischen, so rasant sind ihre Manöver. Bernd Zink, der Kameramann, pickt sich in die Reling ein, richtet seine Kamera ein, und dann kommt einer – langsam fliegt er direkt vor die Linse, guckt einmal komisch – und dreht ab. Dann fliegt er einmal ums Schiff, kommt noch einmal direkt vor die Linse, guckt noch einmal komisch und dreht wieder ab. Wahnsinn – besser kann es nicht werden. Feierabend.
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Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 00:00 Uhr |
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Die skurrile Felskulisse der Passage (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Yvonne Knoll/Bildstelle MFG 3)
GORCH FOCK durchquerte die Magellan-Straße
Mit viel Spannung wurde sie erwartet, die Durchfahrt durch die Magellan-Straße. Diese rund 320 Seemeilen - oder knapp 600 Kilometer - lange Durchfahrt führt vom Atlantik auf die andere Seite Südamerikas, in den Pazifik. Mit der Einfahrt am Montag, dem 10. Januar 2011, war es dann tatsächlich soweit. Leider gestaltete sich der Wind sehr widerspenstig und blies den ganzen Tag mit 10 Beaufort aus der Straße heraus, so dass das Schiff ziemlich zu kämpfen hatte.
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Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 00:00 Uhr |
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Die Lotsen navigieren die GORCH FOCK durch die Seestraße (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Yvonne Knoll/Bildstelle MFG 3)
Einfahrt in die Magellan-Straße
Mit Sonnenaufgang früh um 05:30 Uhr ist das Segelschulschiff GORCH FOCK am Montag, dem 10. Januar 2011, unter Segeln in den atlantikseitigen Eingang der Magellanstraße hinein gefahren. Relativ bald war der Wind zwar immer noch stark genug, aber hinsichtlich seiner Richtung leider nicht mehr segelbar, so dass die Segel zunächst einmal geborgen werden mussten und nun „Johann“, der Antriebsdiesel, auch mal wieder zum Zuge kommen darf.
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Dienstag, den 11. Januar 2011 um 00:00 Uhr |
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Schiffstechnikoffizier Guido Zado - Sorge um Johann, den Schiffsdiesel. © NDR.de / Kap Hoorn Fotograf: Andreas Schmidt
Reisetagebuch: Sturm in der Magellanstraße
Der Westwind zerfurcht das Wasser, fegt Gischtwolken von den Wellenkämmen und dringt durch jede noch so kleine Ritze in der Kleidung. In der Takelage klingt ein hohles Stöhnen, langsam aufsteigend zu einem Heulen. Es sind 50 Knoten Wind, manchmal 60, also um die 100 Stundenkilometer - Windstärke 10 bis 11.
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