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Gorch Fock hat wieder Wasser unter dem Kiel

Neben einem frischen Unterwasseranstrich hat die Gorch Fock eine neue Antriebswelle bekommen. "Nach zehn Jahren wurde es mal wieder Zeit", sagte ein Sprecher der Dockgesellschaft Bredo. In der Bremerhavener Werft wurden außerdem alle Auslaufventile und die Ruderwelle überprüft. Damit wurde der komplette "Schiffs TÜV" durchgeführt, den die Gorch Fock alle fünf Jahre machen muss. In den vergangenen Wochen lag die Gorch Fock deshalb auf dem Trockenen, in der Bremerhavener Bredo-Werft. Am 13. April 2010 wurde das Schiff wieder zu Wasser gelassen, dann fuhr es Richtung Elsflether Werft.

In frischen Farben strahlend liegt die Gorch Fock im Trockendock der Bredo-Werft. Die Werftarbeiter sind bereits seit dem frühen Morgen an Deck. Sie treffen die letzten Vorbereitungen für die Überführung in die Elsflether Werft.  Dann sind auch die Soldaten angekommen - per Bus sind sie zur Werft gefahren - klettern jetzt das Dock hoch, von dort führt die Gangway aufs Schiff.

Kommandant Norbert Schatz überprüft das Schiff von außen, und nicht nur den neuen roten Unterwasseranstrich. Dann beginnt die Werft das Dock zu fluten - langsam füllt es sich mit Wasser - ein Meter, zwei, drei - Kommandant Schatz beobachtet den Vorgang ganz genau und zeigt auf einen kleinen Container auf dem Dock: "Die fahren diesen Absenkvorgang über eine Automatik - in diesem Häuschen sitzen sie, da sehen sie wie viel Wasser schon drin ist", erklärt er. 

Check unter Deck

 

Die eigentliche Arbeit für die Crew der Gorch Fock findet jetzt unter Deck statt. Spannend ist, ob das Schiff auch wirklich dicht ist. Die Schiffsmechaniker sind zugange und prüfen ob "Dichtigkeit" gegeben ist. Zu den Schiffsmechanikern treibt es auch den Kommandanten - ein schmale Treppe runter und schon steht man im Maschinenraum des Segelschiffes. Das Kraftwerk sind drei Dieselgeneratoren, die Strom liefern für Klimaanlage, Navigation und die Kombüse. Jetzt sind sie mit Plastikplanen abgedeckt - außer Betrieb.  Stattdessen kommen Schlepper zum Einsatz. Sie stehen schon bereit um, die Gorch Fock aus dem Dock und in Richtung Schleuse zu ziehen.

Erst Fluten, dann Schleppen

"Jetzt werden die Flutventile geschlossen,  und dann geht es auch gleich los", freut sich der Kommandant. Oberbootsmann Andreas Melchert wirft einen Blick auf den Wasserstand. Die Werftarbeiter lösen die Holzpflöcke, die der Gorch Fock im Trockendock Halt gegeben haben. Zeit für das Kommando von Hauptbootsmann Ulrich Bohle, der die mit anderen die Fender auswirft. Von Deck aus bringen Soldaten Fender am Außenschiff an. Das sind Gummibojen, die das Schiff vor Beschädigungen schützen sollen. Die Leinen werden gelöst. Der Lotse Frank Rolf Krämer und die Schlepper übernehmen das Kommando. Kommandant Norbert Schatz genießt das Panorama des Bremerhavener Fischereihafens. Er ist zufrieden: "Ja es ist wunderbar, wir sind alle ganz entspannt, es läuft alles wie am Schnürchen".

Volle Fahrt voraus!

Inzwischen ist der 90-Meter Dreimaster zurück in der Elsflether Werft der Weser bei Bremen. Hier werden die Masten, das Tauwerk und die Segel in Ordnung gebracht. Bevor das Flaggschiff der Sail 2010 zur geplanten Südamerika-Tour in See sticht, wird es dem Marinearsenal in Wilhelmshaven einen Besuch abstatten. Beim Bremerhavener Windjammertreffen wird sich die Gorch Fock dann in vollem Glanz präsentieren. 

 

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Quelle: Bredo WerftRadio Bremen, Fotos: Manfred Ohde