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Windjammer

Windjammer

WINDJAMMER

(von Hajo Strotkamp)

Der aus dem Englischen stammende Begriff leitet sich von to jam the wind ab, was „den Wind pressen“ bedeutet - Schiffe, die sich an den Wind drücken oder die vom Wind (nieder-) gedrückt werden.

Mit jammern im Sinne von klagen, heulen hat der Begriff nichts zu tun, obwohl man häufig vom heulenden Wind in den Rahen liest.

Windjammer bzw. der entsprechende englische Begriff Tallship (= hohes Schiff) ist ein Großseglertyp, der nach der Klipperära in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkam und die Nachfolge der schnellen Segler antrat. Es waren aus Holz, Eisen und Stahl gefertigte und mehr auf Tragfähigkeit, Handhabung und Wirtschaftlichkeit ausgelegte Großsegler, die für ihre Reeder Gewinne einzufahren hatten. Auch die späteren, frachtfahrenden Segelschulschiffe gehören zu dieser Kategorie. Die Schiffe wurden im Laufe der Jahrzehnte auch geschwindigkeits- und bedienungsbezogen optimiert. Heute steht er synonym für „Großsegler“ und beinhaltet als letzte Generation der Windjammer moderne Segelschulschiffe und Kreuzfahrtschiffe wie die Sea Cloud.

Heute werden Großsegler oft als Ausbildungsschiffe der Marine genutzt. Zunehmend auch als Sail-Training-Schiffe (Segel-Ausbildung auf großen Schiffen, vor allem mit dem Ziel der Persönlichkeitsentwicklung, der Charakterbildung und der Freude am Segeln) und für touristische Zwecke.

Erstaunlich, wie viele Nationen sich noch den Luxus eines Großseglers zur Ausbildung des seemännischen Nachwuchses leisten. Nicht mit in der Auflistung sind die Luxus-Segler, die ausschließlich der Entspannung der zahlenden Gäste dienen.

Zuerst sind die Segler genannt, die ausschließlich von den Marinen der entsprechenden Länder unterhalten werden:

Italien: "AMERIGO VESPUCI" und "PALINURO",

Deutschland: "GORCH FOCK"

Brasilien: "CISNE BRANCO",
Mexico: "CUAUHTÉMOC",
Indonesien: "DEWARUCI",
Amerika (Küstenwache): "EAGLE",
Chile: "ESMERALDA",
Kolumbien: "GLORIA",
Norwegen: "STATSRAAD LEHMKUHL" und "SORLANDET",
Ecuador:"GUAYAS",
Polen: "ISKARA",
Montenegro: "JADRAN",
Spanien: "JUAN SEBASTIAN DE ELCANO",
Argentinien: "LIBERTAD",
Rumänien:"MIRCEA",
Venezuela: "SIMON BOLIVAR"
Portugal: "SAGRES II"
Uruguay: "CAPTAIN MIRANDA"

 Nachfolgend sind die Großsegler aufgeführt, die ausschließlich in der zivilen Nutzung für den seemännischen Nachwuchs, incl. Trainees, zur Verfügung stehen:

Ukraine: "CHERSONES" und "DRUSCHBA",
Norwegen: "CHRISTIAN RADICH",
Dänemark: "DANMARK" und "GEORG STAGE II",
Polen: "DAR MLODZIEZY",
Japan: "KAIWO MARU",
Bulgarien: "KALIAKRA",
Russland:"SEDOW""KRUSENSTERN""MIR" und "PALLADA",
Deutschland:"ALEXANDER VON HUMBOLD" (ab Ende des Jahres ein Neubau:"ALEXANDER VON HUMBOLD II"), "GREIF",
Australien: "ALMA DOEPEL"

In Amerika existiert ein Replikat der "LADY WASHINGTON". Sie dient der Offiziersausbildung und des historischen Handels.

Segelschiffstypen

Rahschiffe: Alle Rahschiffe haben mindestens zwei vollgetakelte Masten.
Es wird unterschieden zwischen Vollschiff, Bark und Brigg.

Besonderheiten in der Takelung der Rahschiffe

Das Royalsegel (Königssegel) ist ein an der Royalrah angeschlagenes Rahsegel, das über dem Bramsegel gefahren wird. Hat ein Rahsegler Unter- und Obermars- sowie Unter- und Oberbramrahen, stellen die Royalrahen die „sechste“ Etage in der Takelung dar, bei einfachen Mars- und Bramsegeln die „vierte“.

Als Besonderheit führten manche Rahschiffe noch das Himmelssegel (Skysegel). Die deutsche Fünfmastbark „MARIA RICKMERS“ und ihre kleinere Schwester, das Viermastvollschiff „PETER RICKMERS“, hatten Skysegel. Als allerletztes und das ganz selten, gab es bei Großseglern, (einige Klipper) noch das Mondsegel (Moonsegel). Sky- und Mondsegel hatten keinen großen Nutzen in der Umsetzung in Segelenergie.

Hatte ein Rahsegler geteilte Mars-, aber einfache Bramsegel, war es manchmal schwierig festzustellen, ob das Schiff einfache Bramsegel und Royals oder geteilte Bramsegel ohne Royals (Jubiläumsrigg) führte. Bei den einfachen, sehr großen Marssegeln und geteilten Bramsegeln, oder geteiltem Marssegel und einfachem Bramsegel, war das fünfte Segel immer das Royalsegel.

Vollschiff

Vollschif

Drei vollgetakelte Masten: Fockmast, Großmast, Kreuzmast; Unterrah am Kreuzmast heißt Bagienrah. Bei mehr als drei Masten: Benennung nach der Mastzahl. Viermastvollschiff: Fock-, Groß-, Mittel- und Kreuzmast. Fünfmastvollschiff: Fock-, Groß-, Mittel-, Achter- und Kreuzmast.

 


Bark

Bark

Drei Masten: Fockmast, Großmast, Besan. Bei mehr als drei Masten Benennung nach der Mastzahl. Viermastbark: Fock-, Groß-, Kreuzmast und Besan. Fünfmastbark: Fock-, Groß-, Mittel-, Kreuzmast und Besan.

Das Besansegel kann auch in unteres und oberes Besansegel geteilt sein.


Brigg

Brigg

Zwei vollgetakelte Masten: Fock-, Großmast. Gaffelsegel = Briggsegel.


Gaffelschoner

Gaffelschoner

Zwei Masten: Schoner- und Großmast. Bei mehr als zwei Masten, Benennung nach der Mastzahl. (Dreimastgaffelschoner etc.)


Fünfmastgaffelschoner

Fünfmastgaffelschoner

Gaffelschoner fahren gelegentlich auch eine Breitfock, d. h. ein Segel, das mit Ein- und Ausholern von Deck aus an der Breitfockrah ausgeholt und geborgen werden kann.


Rahschoner

Bei Rahschonern trägt der vordere Mast Rahen, behält aber seine Eigenart als schonergetakelter Mast. (Heißbares Gaffelsegel, nur eine Saling, langer Untermast). Sind Fock- und Marsrahen vorhanden, heißt er Marssegelschoner. Ist eine Bramrah vorhanden, einfach Rahschoner, selten Bramsegelschoner.


Toppsegelschoner oder Marssegelschoner

Toppsegelschoner

Mehrere Schonermasten, am Fockmast zwei oder drei leichte Rahen. Bei mehr als zwei Masten Benennung nach der Mastzahl.


Dreimastrahschoner

Dreimastrahschoner

Drei Masten mit Gaffelsegel, dazu am Schonermast Bram-, Ober-, Untermars- und Fockrah.



Schiffe mit gemischter Takelung

Alle Schiffe mit gemischter Takelung haben vorn einen vollgetakelten Mast, außerdem haben sie einen oder mehrere schonergetakelte Masten. Man kann sie leicht vom Rahschoner unterscheiden, weil sie zwischen Fock- und Großmast stest Stagsegel tragen.

Schonerbrigg – Brigantine

Brigantine

Ein vollgetakelter und ein Schonermast.


Schonerbark – Barkentine

Schonerjacht

Vortopp vollgetakelt, dazu zwei oder mehr Gaffelmasten. Bei mehr als drei Masten Benennung nach der Mastzahl. z.B. Fünfmastbarkentine.



Kleine Segelschiffe

Alle einmastigen und alle zweimastigen Segelschiffe, bei denen der vordere Mast größer ist als der achtere, gehören zu den kleinen Segelschiffen (Anderthalbmaster). Kleine Segelschiffe werden nach Takelage und Bauart unterschieden.

Jachten

Schonerjacht

Schonerjacht


Yawl

Schonerjacht

Ruder vor dem kleinen Treiber

 


Ketsch

Schonerjacht

Ruder hinter dem Besan



Slup

Schonerjacht

Einmastige Fahrzeuge werden mit dem Sammelbegriff „SLUP“ zusammengefasst. Bei Segeljachten setzt sich vorwiegend die Hochtakelung durch und verdrängt die ältere Gaffeltaklung.


 

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des ehemaligen Kommandanten Kapitän zur See Hans Freiherr von Stackelberg aus PRAXIS DER SCHIFFSFÜHRUNG Leitfaden für den Unterricht in der Marine.

Unterkategorien

  • Rahschoner

    Rahschoner

    Bei Rahschonern trägt der vordere Mast Rahen, behält aber seine Eigenart als schonergetakelter Mast. (Heißbares Gaffelsegel, nur eine Saling, langer Untermast). Sind Fock- und Marsrahen vorhanden, heißt er Marssegelschoner. Ist eine Bramrah vorhanden, einfach Rahschoner, selten Bramsegelschoner.


    Toppsegelschoner oder Marssegelschoner

    toppsegelschoner 240

    Mehrere Schonermasten, am Fockmast zwei oder drei leichte Rahen. Bei mehr als zwei Masten Benennung nach der Mastzahl.


    Dreimastrahschoner

    dreimastrahschoner 240

    Drei Masten mit Gaffelsegel, dazu am Schonermast Bram-, Ober-, Untermars- und Fockrah.

  • Rahschiffe

    Rahschiffe: Alle Rahschiffe haben mindestens zwei vollgetakelte Masten.
    Es wird unterschieden zwischen Vollschiff, Bark und Brigg.

    Besonderheiten in der Takelung der Rahschiffe

    Das Royalsegel (Königssegel) ist ein an der Royalrah angeschlagenes Rahsegel, das über dem Bramsegel gefahren wird. Hat ein Rahsegler Unter- und Obermars- sowie Unter- und Oberbramrahen, stellen die Royalrahen die „sechste“ Etage in der Takelung dar, bei einfachen Mars- und Bramsegeln die „vierte“.

    Als Besonderheit führten manche Rahschiffe noch das Himmelssegel (Skysegel). Die deutsche Fünfmastbark „MARIA RICKMERS“ und ihre kleinere Schwester, das Viermastvollschiff „PETER RICKMERS“, hatten Skysegel. Als allerletztes und das ganz selten, gab es bei Großseglern, (einige Klipper) noch das Mondsegel (Moonsegel). Sky- und Mondsegel hatten keinen großen Nutzen in der Umsetzung in Segelenergie.

    Hatte ein Rahsegler geteilte Mars-, aber einfache Bramsegel, war es manchmal schwierig festzustellen, ob das Schiff einfache Bramsegel und Royals oder geteilte Bramsegel ohne Royals (Jubiläumsrigg) führte. Bei den einfachen, sehr großen Marssegeln und geteilten Bramsegeln, oder geteiltem Marssegel und einfachem Bramsegel, war das fünfte Segel immer das Royalsegel.

    Vollschif

    Drei vollgetakelte Masten: Fockmast, Großmast, Kreuzmast; Unterrah am Kreuzmast heißt Bagienrah. Bei mehr als drei Masten: Benennung nach der Mastzahl. Viermastvollschiff: Fock-, Groß-, Mittel- und Kreuzmast. Fünfmastvollschiff: Fock-, Groß-, Mittel-, Achter- und Kreuzmast.


    Bark

    Drei Masten: Fockmast, Großmast, Besan. Bei mehr als drei Masten Benennung nach der Mastzahl. Viermastbark: Fock-, Groß-, Kreuzmast und Besan. Fünfmastbark: Fock-, Groß-, Mittel-, Kreuzmast und Besan. Das Besansegel kann auch in unteres und oberes Besansegel geteilt sein.


    Brigg

    Zwei vollgetakelte Masten: Fock-, Großmast. Gaffelsegel = Briggsegel.

  • Historische Schiffe

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